Jesu Reise nach Jerusalem.
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freiwilliger Armut sich unter seiner Leitung zu einem höheren Lebenerhoben haben würde, Gott, der gewissermaßen auf das Entgegenkommenseiner Kinder harre, aus Liebe zu seinem Volke alle jene Wunder,wie die Befreiung von der Fremdherrschaft, die Rückkehr der Zerstreutenund den davidischen Glanz eintreten lassen werde.
Als sich Jesus von seinen Jüngern als Messias anerkennen ließ,hatte er ihnen, wie schon erwähnt, die Geheimhaltung dieser Tatsacheanempfohlen. War es Furcht, daß ihn Herodes Antipas, in dessenGebiet er lebte und lehrte, dem Schicksale des Täufers überliefernmöchte; oder wollte er erst einen größeren Kreis von Anhängern undGläubigen um sich sammeln, um dann imposanter als Messias aufzu-treten ? Der wahre Grund wird sich nicht ermitteln lassen. SeineJünger vertröstete er, daß die Zeit noch nicht da sei, aber es werdeeine Zeit kommen, „wo sie das werden im Lichte mitteilen können, waser ihnen im Dunkeln gesagt, und sie werden dann das von den Dächernpredigen können, was sie mit den Ohren erlauscht haben" *). Allein,es trat das Gegenteil von dem ein, was sowohl Jesus als seine Jüngererwartet hatten. Sobald es kundig geworden — die Jünger warenwahrscheinlich nicht verschwiegen — Jesus von Nazaret bereite nichtbloß das Himmelreich vor, sondern sei selbst der erwartete Messias,ward die öffentliche Meinung gegen ihn eingenommen. Man erwartetevon ihm Zeichen und Beweise seiner Messianität, die er nicht gebenkonnte, und er wich den Fragen ans?). Viele seiner Anhänger sollensogar ein Ärgernis an seiner Messianität genommen haben und vonihm abgefallen sein, ohne ferner „seines Weges zu gehen" b). Wollteer seinen Jüngern gegenüber sich keine Blöße geben, so mußte er etwastun, um sein Werk zu krönen oder dabei unterzngehen. Sie erwartetenvon ihm zunächst, daß er in der Hauptstadt des Landes vor den Angender ganzen Nation, wenn sie sich zum Passahfeste in dem Tempelversammelt, als Messias auftreten werde. Es wird erzählt, seine eigenenBrüder hätten ihn beschworen, nach Judäa zu gehen, „damit seineJünger sein Werk endlich sehen. Denn niemand tut etwas im Ver-borgenen, sondern will sich offenbar machen; wenn du solches tust, sooffenbare dich der Welt" So mußte denn Jesus sich endlich ent-
Matth, to, 27. Lukas 12, 3.
?) Matth. 12, 38; 16, 1. Die Worte an dieser Stellei ex ru,7 oü^crroüfind sicherlich unecht, und ebenso der Schluß: „Wenn aber die Zeichen desPropheten Jona " Er fehlt bei Markus 8, 12.
Johannes-Evangelium 6, 66 fg.
Z Johannes 7, 3—5. Der Spruch Matth. 5, 15: „Niemand stellt seinLicht unter den Scheffel," der im Zusammenhänge gar nicht paßt, scheint dieErmahnung seiner Freunde an Jesus zu sein.