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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Dämonenbeschwörung.

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scheinnng, sein schwärmerisches Wesen, seine sittliche Größe, seine ein-dringliche Lehrweise in kurzen Sprüchen oder in lang ausgeführtenParabeln, die das Erhabene in schlichter, der Menge zugänglicher Formdarstellten, alle diese Umstände mögen einen mächtigen Eindruck hervor-gebracht haben. Allein, um eine nachhaltige Begeisterung in dumpfenund gegen Ideale gleichgültigen Bolksklassen zu erwecken, um bei ihnenunbedingten Glauben zu finden, um von ihnen als ein außergewöhn-liches Wesen verehrt zu werden, dazu bedurfte es Wohl eines außer-ordentlichen, die Einbildungskraft der Massen gefangennehmendenVorganges. Nun sind die christlichen Quellennachrichten unter denmannigfaltigsten Wendungen und Einkleidungen voll von Erzählungen,Jesus habe Wunderheilungeu zustande gebracht. Wenn auch vielesvon diesen Erzählungen auf Rechnung der übertreibenden Sage, desvergrößernden Verherrlichungstriebes und namentlich des nachbildendenMythos zu setzen ist, so muß doch ein Kern daran geschichtlich sein.Wunderheilnng, namentlich an Besessenen, gehörte so sehr zum Inbegriffder Jesus zngeschriebenen Wirksamkeit, daß seine Nachfolger sich dieserKraft mehr rühmten als eines besonders heiligen Lebenswandels. DieWürdigkeit eines Jesu-Jüngers wurde später daran erkannt, daß erböse Geister zu vertreiben und Krankheiten durch Beschwörungen imNamen Jesu zu heilen vermöge ff. Wenn man den Quellenschriftenglauben sollte, so bewunderte die Menge mehr Jesu Macht über dieDämonen und den Satan als seine sittliche Größe. War die Heil-kunde im judäischen Volke damals so sehr in der Kindheit, daß jederHeilkünstler als ein höheres Wesen angestaunt wurde? Oder warenjene Krankheiten, die er geheilt haben soll, seelischer Art, in der Ein-bildungskraft wurzelnd, und konnte es daher einem Seelenarzt gelingen,sie vermöge der Einwirkungen auf die Phantasie zu entwurzeln? Odervermag die gesammelte, ans ein kräftiges Wollen konzentrierte Seeleeiner sittlich-reinen Persönlichkeit auch in das organische Getriebe desMenschen einzugreifen und die Ursache der Krankheit auf seelischemWege zu heben? Wie man sich auch diesen Vorgang erklären mag,gewiß ist es, daß ein Fall oder mehrere vorgekommeu sein müssendie Zahl ist dabei gleichgültig daß Jesus eine Krankheit, welcheman damals Besessenheit nannte, durch Berührung, Beschwörungoder sonst ein Mittel geheilt hat. Dadurch erregte er die Bewunderungder Menge in einem hohen Grade. Erst dadurch erschien er den Personenvon niedrigem Bildungsgrade als ein außerordentliches Wesen. In

ff Vergl. besonders darüber Matthäus 10, 8, Markus 9, 38 sf., 10, 17 ff.,Lukas 9, 49.