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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

religiösen und sittlichen Elemente als Samenkörner in solche Herzenstreuen, die bis dahin brach gelegen hatten. Nicht einmal die reineUnsterblichkeit der Seele, d. h. das Fortleben der Seele nach demAbstreifen der leiblichen Hülle in himmlischer Seligkeit, lehrte Jesus,sondern einzig und allein die Auferstehung des Leibes*) aus demTode zu einer bestimmten Zeit, wie die übrigen Lehrer des Judentumszur damaligen Zeit. Die Auferstehung des Gerechten und Frommenwerde hienieden auf Erden stattfinden und eine neue Ordnung derDinge, die zukünftige Welt ('OIum bn-La), begründen. Diese mag sichJesus wie die Pharisäer und Essäer im Zusammenhänge mit derMessiaszeit, mit dem Eintreten des Himmelreiches, gedacht haben. Fürdie unbnßfertigen Sünder nahm auch er eine feurige Hölle (Osbinnom,66snun)2) an. Sein Verdienst besteht vorzüglich darin und dasist nicht gering anzuschlagen daß er die Vorschriften des Judentumsverinnerlichen wollte, daß er sie mit Herz und Gemüt auffaßte, dasVerhältnis der Israeliten zu ihrem Gotte, als Kinder zu ihrem Vater,nachdrücklich betonte, die Brüderlichkeit der Menschen scharf hervorhob,die Sittengesetze in den Vordergrund gestellt wissen wollte und endlichdie Lehre von der Gottinnigkeit und Heiligkeit entsittlichten Geschöpfenzugänglich machte.

Allein durch die bloße Belehrung würde Jesus schwerlich einenso hingebenden Anhang und eine so erfolgreiche Wirksamkeit gefundenhaben, wenn er nicht durch etwas Außerordentliches die Gemüter zuBewunderung und Begeisterung hingerissen hätte. Seine äußere Er-

hochgeslellt, bald herabgezogen. Kann Jesus den unwahren Ausspruch getanhaben: das Gesetz sagt,hasse deinen Feind" (das. S, 43)? Nur der gesetzes-feindliche Marcion kann solches aufgestellt haben, er, der bekanntlich Gegensätze(«vr-Stak-s) zwischen Judentum und Christentum aufgestellt und sich dabei nichtimmer an die Wahrheit gehalten hat. Schon Calvin kam darauf, daß diesogen. Bergpredigt nicht in der Ordnung gehalten worden sein könne, wie siebei Matthäus erscheint, sondern daß sie eine freie Zusammenstellung ander-weitig von Jesus gesprochener Reden sei. Die meisten neueren Ausleger halteneinen großen Teil derselben für eine freie Komposition des Evangelisten. Nimmtman noch hinzu, daß Lukas einen Teil dieser Rede halten läßt, als Jesus vomBerge heruntergestiegcn war (6, 12; 17 fg.), so kann es nicht zweifelhaftsein, daß das Ganze der geschichtlichen Tatsächlichkeit entbehrt, daß Jesus über-haupt keine längere oder kürzere Berg- oder Ebene-Predigt gehalten und daßer noch weniger seine Lehre dem alten Bunde antithetisch entgegengesetzt hat.Wie unbestimmt ist nicht der Ausdruck:er stieg auf den Berg." Auf welchen?Und in welcher Gegend? In der Predigt soll Jesus sich gegen die Ehescheidungscharf ausgesprochen haben l5, 31 fg.)!

Matthäus 22, 2332. Paulus' Dogmatik ist in den Episteln einzigund allein auf der Prämisse der Auferstehung gebaut.

2) Das. 5, 22.