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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Jesu Verhalten zum Gesetze.

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tuni). Gegen das bestehende Opferwesen hatte Jesus nichts einzu-wenden, er verlangte lediglich, wie es auch die Pharisäer nicht anderslehrten, daß Aussöhnung mit den Menschen der Versöhnung mit Gottvorangehen müsse ^). Selbst das Fasten verwarf Jesus nicht ganz undgar, sondern wollte es ohne Schaustellung und Scheinheiligkeit geübtwissen 2). Er hatte an seinem Gewände die vom Gesetz vorgeschriebenenQuasten (2irit)^). Er stand so ganz im Judentum, daß er sogar dieBeschränktheit der damaligen Zeit teilte und die Heidenwelt, unterwelcher mau damals die knechtenden Römer und ihre noch schlimmerenHelfershelfer, die orientalischen Griechen und Syrer verstand, gründlichverachtete. Er wollte mit den Heiden nichts zu tun haben.Mausollte nicht das Heilige den Hunden, die Perlen nicht den Säuen vor-werfen, auf daß sie dieselben nicht mit Füßen treten und vernichten"Als eine kanaanitische oder syrisch-griechische Frau aus Phönizien ihnum Heilung ihrer besessenen Tochter anging, erwiderte er mit Härte:Ich bin nur zu den verlorenen Schafen Israels gesandt worden, undes ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hundenhinzuwerfen". Seinen Jüngern schärfte er ein:Den Weg der Heidensollt ihr nicht gehen, und in die Städte der Samaritaner nicht ein-kchren"0). Indem sich Jesus auf diese Weise streng innerhalb desJudentums hielt, wollte er durchaus keine neue Offenbarung bringenund keinen neuen Bund stiften ^), sondern lediglich die vorhandenen

*) Matth. 12, 1012. Die Erzählung von dem Ährenausrausen derJünger am Sabbat, das Jesus gebilligt habe, halte ich für eine paulinischeTendenz-Interpolation. Denn sie steht im Widerspruch mit der Erzählung vomHeilen am Sabbat. Wenn, wie es daselbst heißt, der Mensch Herr des Sabbatessei (das. V. 8), so darf man nicht bloß am Sabbat Gutes tun, sondern derSabbat ist überhaupt aufgehoben. Die Wendung, daß der Messias mehr seials der Tempel, und daß, wenn für den Tempel der Sabbat entweiht werdendürfe, dies um so mehr für den Messias geschehen dürfe, klingt allzusehr anti-nomistisch. Vergl. Joh. b, 16 ff.

") Matthäus 5, 23. Das. 6, 16.

4) Folgt aus Matthäus 9, 20: 14, 35 und Parallelstelle bei Lukas. BeiMarkus 5, 27 fehlt das Wort ssteht jedoch das. 6, 56s.

b) Matth. 7, 6.

°) Das. 15, 2226; 10, 5 Selbst wenn diese heidenfeindlichen Äuße-rungen nicht authentisch wären, sondern aus judenchristlichem Kreise stammten,so vergesse man nicht, daß gerade dieser Kreis des Stifters Lehre am reinstenreflektierte.

') Die Bergpredigt Matth, o. 57 ist zum Teile so gehalten, als wennJesus seine neue Lehre demGesetz" entgegenstellen wollte. Allein ihre Authen-tizität ist mehr als verdächtig. Markus kennt die Bergpredigt gar nichtfolglich gehört sie zu den Einschiebseln in Matthäus' Grundschrift und Lukasnur zum Teil. Ferner ist sie voller Widersprüche in sich. Bald wird das Gesetz