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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

wollte nicht im entferntesten an dem Gottesbegriff des Judentumsmodeln oder ihn gar abschwächen. Als ihn einst ein Gesetzeskundigerfragte, welches der Inbegriff des Judentums sei, antwortete er:HöreIsrael, unser Gott ist einzig und du sollst deinen Nächsten liebenwie dich selbst", das seien die Hauptgebote'). Als ihn jemand mitde» Worten anredete:Gütiger Lehrer!" wies Jesus die Anredeentschieden zurück und bemerkte dabei:Nenne mich nicht gütig; nurEiner ist gütig, mein Vater im Himmel" -). Seine dem Judentumtrengebliebenen Anhänger überlieferten von ihm die Äußerung:Ichbin nicht gekommen, das Gesetz zu vermindern oder zu vermehren. Eherwürden Himmel und Erde vergehen, denn ein Jota von dem Gesetze"Den Sabbat muß er heilig gehalten haben; denn seine dem Judentumanhänglichen Jünger haben die Sabbatfeier streng beobachtet, was sienicht getan haben würden, hätte sich ihr Meister darüber hinweggesetzt.Nur gegen die schammaitische Sabbatstrenge, nach welcher man amSabbat nicht einmal heilen dürfe, eiferte Jesus und sprach sich darüberans, daß es nach dem Gesetz wohl gestattet sei, am Sabbat Gutes zu

') In Markus 12, 2833 ist die Einheit Gottes besonders hervorgehobenin den Pnrallelstellen dagegen Matthäus 22, 37 und Lukas 10, 27 fehlt geradedieser wesentliche Punkt, gewiß nicht ohne Tendenz.

2) Matth. 19, 1017 und Parallelst. Die Stelle ist sicherlich echt; denn siewiderstreitet der gnoslischen Ansicht von dem gütigen und dem strengen Gott,von denen der crstere mit Jesus, der letztere mit dem Vater, dem Gotte desGesetzes und der Weltenschöpfung, identifiziert wurde. Möglich, daß die Anredean Jesus gelautet hat was in den Evangelien mit »/«Ar wiedsrgegeben

ist. Darauf wäre Jesu Antwort, daß nur Gott so genannt werven dürfe, rechtpassend. In der talmüdischen Literatur bedeutet nämlich das Wort Erngeradezu Gott.

o) Matthäus 5, 1719, vergl. Jakobusbrief 2, 1012. Aus dem Um-stande, daß der konsequente Antinomist Marcion diesen Spruch im entgegen-gesetzten Sinn formulierte:Ich bin gekommen, das Gesetz aufzulösen," ergibtsich die Ursprünglichkeit der Fassung, wie sie die zwei Synoptiker haben. Auchder Talmud 8abbat 116 b, läßt einen Judenchristen (pu) den Satz aus JesuMund zitieren: nnnm tzp nbi nmn onsrN ntz um rrr r'no

ro.-m rw'rn. Vergl. Güdemann, religionsgeschichtl. Studien S. 69 fg., wo nnch-gewiesen ist, daß die richtige L.-A. ist -emmr nch und nicht nin, daß also das-M.ä ein Mißverständnis des aramäischen Originalspruchs sein muß.

Auch ist das. nachgewiesen, daß dieser und andere Sprüche Jesu wahrscheinlichaus den von Papias zitierten Jesu stammen, und nicht aus einem Evan-gelium. Übrigens kann der Ausdruck Matthäus V. 17>9, ein

Krönchen vom Gesetze, durchaus nicht von Jesus stammen. Denn ist

gewiß :n, die Krönchen auf manchen hebräischen Buchstaben. Diese pro wurdenmidraschisch-haggadisch gedeutet. Der Zusatz will also sagen, daß auch dieexorbitante Ausdeutung des Gesetzes hohen Wert habe. Das klingt aberantipaulinisch.