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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Einen besseren und glänzenderen Erfolg fand Jesu Tätigkeit in deran der Nordwestküste des Tiberias-Sees gelegenen Stadt Kapernanm(Hsknr Nnabum). Die Einwohner dieser, in einem paradiesischen, vonüppiger Fruchtbarkeit strotzenden Landstriche gelegenen Stadt unter-schieden sich von den Nazaretanern, wie ein mildes Küstenklima voneiner rauhen Gebirgslandschaft. Der beste Weizen in Galiläa gediehbei Kapernanm und dem benachbarten Chorazin ^). Es gab wohl inKapernanm mehr Verweichlichte, mehr in Laster Versunkene und wohleinen größeren Gegensatz von Reichtum und Armut. Diese Stadt botdaher seiner Wirksamkeit mehr Spielraum. Seine eindringliche, ernste,dem tiefsten Gemüt entströmende Belehrung fand hier niehr Eingang.Zuhörer aus dem niedrigen Kreise fanden sich zu ihni, schlossen sichihm an und folgten ihm nach. Zn seinen ersten Anhängern ans Kapernanmgehörten Simon, mit dem Beinamen Kephas oder Petrus^) (Felsen)und sein Bruder Andreas, die Söhne Jonas, beide Fischer, der erstehalb und halb ein Gesetzesübertreter, der sich hin und wieder über dieSpeisegesetze hinwegsetzte; ferner die zwei Söhne eines gewissen Zebeda'i,Namens Jakobus und Johannes, eifervolle Männer, die Söhne desSturmes (Loiwsi-Ass, Lons Uaasob) genannt^). Auch ein reicher Zöllner,den die Quellen bald Matthäus, bald Levi^) nennen, und in dessenHans Jesus beständig weilte und mit anderen Genossen von dem ver-achtetsten Stande verkehrte, folgte ihm. Auch Frauenzimmer von zwei-deutigem Rufe gehörten zu seinem Gefolges, von denen am berühmtestengeworden ist Maria Magdalena (aus der Stadt Magdala-Tarichäabei Liberias), ans welcher sieben Teufel, d. h. nach dem damaligenSprachgebrauch sieben Laster ansgetrieben werden mußten"). Jesusmachte aus diesen verworfenen Sünderinnen reuevolle Büßerinnen.Es war dieses allerdings etwas Unerhörtes zur damaligen Zeit, daß

1) Posetta Asnnobot IX, 2 robe-ii' -^2 nn lix rmx 'vn ->x

(lupn rix) px '22 ,'.i pmru Das. Uabli p. 85 a: nwwo xiirix L'nx oni: 'irn yx> 1:1 Statt an der ersten Stelle muß offenbar o'w: gelesen

werden, das neutestam. Chorazin. Statt des an beiden Stellen korrumpiertenNamens a'nx muß ein;-irr gelesen werden. Beide Städte lieferten also denallerbesten Weizen. Josephus nennt Kapernaum Lk,/>«pvn^y (Vita 72 u. a. St.).

2) Lukas 4, 38 deutet an, daß Petrus und seine Familie aus Kapernaumwaren, die übrigen Synoptiker lassen diesen Punkt dunkel. Paulus sagt deutlichim Galaterbrief 2, 1213, daß Petrusgelegentlich mit den Heidnischen."

°) Matth. 4, 21 ff., Markus 3, 17 ff.

Z Bei Matth. 9, 9 heißt der Zöllner Matthäus, bei Markus 2, 14 undLukas 5, 27 dagegen Lern.

b) Matthäus 21, 3l; 27, 55, 56 und Parallelstellen.

°) Markus 16, 9. Lukas 8, 2.