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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Jesu essäische Lehren.

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wesentlichen Züge des Essäertums angeeignet hat: die Vorliebe für dieArmut, die Verachtung des Reichtums und des Besitzes, die Güter-gemeinschaft, die Ehelosigkeit, die Scheu vor dem Eide und die Selt-samkeit, an Besessenen, Mondsüchtigen und dergleichen Leidenden Kurenanzuwenden. Die unwesentlichen Punkte dagegen, wie die strenge levitischeReinheit, das öftere Baden, das Tragen eines Schurzes und ähnlicheshat er fahren lassen. Selbst auf die Taufe scheint er kein besonderesGewicht gelegt zu haben, da nirgends von ihm erzählt wird, daß erdiese Handlung vorgenommen oder eingeschärft hätte Z.

Als Johannes von dem herodianischen Fürsten Herodes Antipas alsstaatsgefährlich in Gefangenschaft gebracht worden war, gedachte Jesusganz einfach das Werk seines Meisters fortzusetzen. Er verkündete wiedieser:Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe^)," vielleicht ohnedaran zu denken, daß er im Himmelreich, d. h. in der bevorstehendenMessiaszeit, eine Hauptrolle haben werde. Indessen mag Jesus eiu-gesehen haben, daß, wenn sein Ruf nicht wie der des Täufers in derWüste verhallen, sondern eine Wirkung Hervorbringen sollte, er sichdamit nicht an das judäische Volk im allgemeinen, sondern an einebestimmte Volksklasse wenden müsse. Der judäische Mittelstand, dieBewohner kleinerer und größerer Städte, war größtenteils derartvon Gottergebenheit, Frömmigkeit und leidlicher Sittlichkeit durchdrungen,daß die Aufforderung, die Sünden zu bereuen und fahren zu lassen,für sie gar keinen Sinn hatte. Die Äußerung, die jener junge Manu,der das ewige Leben suchte, gegen Jesus getan haben soll:Von Jugendauf habe ich die Gebote Gottes beobachtet, habe nicht gemordet, nichtEhebruch getrieben, nicht gestohlen, nicht falsches Zeugnis abgelegt,habe Vater und Mutter geehrt, meinen Nächsten wie mich selbst geliebt^),"

sias II, 23), klingen mag, namentlich der Zug, daß er wegen seiner Frömmig-keit in das Innerste des Tempels habe eingehen dürfen, so ist doch nicht zuübersehen, daß die nachapostolischs Zeit, aus welcher Hegesippus' Zeugnis stammt,die rigorose Askese, deren sich Jakobus befleißigt haben soll, als außerordent-liche Frömmigkeit , d. h. daß sie die essäische Praxis

hochgeschätzt hat. Deshalb wird von patristischer Seite von dem ApostelMatthäus berichtet (6Ism. ^Isx. LneäuA. II, 64): »7» . . .

Elemente im Urchristentum sind nicht blos erweislich, sondern erwiesen.Nur die Schönfärberei will sie nicht sehen.

*) Vergl. Evangelium Johannis 4, 2.

2) Matthäus 4, 12, 17. In der Parallelstelle Markus 1, 15 findet sichdabei der verdächtige Zusatz: »at Tr-ar-ö-rr ev Überhaupt ge-hören die Ausdrücke: kvo-^c-.-nv oder erst der nachpaulinischcn

Zeit an.

°) Das. 19, >6- 20 und Parallelstellen.