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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Stifter selbst erlaubt, daß er wie dieser dem Essäerlum huldigte. Vonseinem Bruder oder Verwandten Jakobus wird nämlich erzählt: Erhabe ein Nasiräerleben geführt, habe keinen Wein getrunken, kein Tier-fleisch genossen, sein Haar nie geschoren, kein Öl gebraucht und sichstets in Linnen gekleidet ^). Aber es scheint, daß Jesus sich lediglich die

*) Es ist erstaunlich, daß selbst die halben Kritiker, die zugeben, daß Johannesder Täufer, der Vorläufer des Christentums, ein Essäsr gewesen, die auch zu-geben, daß die unmittelbaren Anhänger Jesu, die Ebioniten, essäisch gelebt haben,noch immer Scheu tragen, das Wort auszusprechen, welches die Rätsel desUrchristentums, wie es in den Evangelien dargestellt ist, zu lösen imstande ist:daß Jesus mit dem Essäertum zusammengehangen und vielesdaraus entlehnt hat. Nur Strauß hat ganz zuletzt sich bewogen gefühlt,dieses Zugeständnis zu machen (alter und neuer Glaube, S. 248, Note 77):Auch in die Anfänge des Christentums, dessen Zusammenhang mit demEssenismus eine ebenso unabweisliche wie unerweisliche (?) Voraus-setzung bleibt, sehen wir diese Richtung (der Essäer) Hineinspielen, die inihrer strengen Observanz die Ehe samt Fleisch- und Weingenuß verwarf."Seitdem Renan den Romandas Leben Jesu" verfaßt hat (1863), ist es aberMode geworden, Schönfärberei damit zu treiben, den Gottmenschen, dieVer-gottung" zwar fahren zu lassen, aber Jesu Person und Tun so preziös dar-zusiellen und zu sublimieren, daß aus ihm ein göttlicher Mensch heraustretensoll. Es ist das die neue romantische Schule, Schenkel, Hausrath, Keim.Nenans farbenreiches Gemälde, weil auf dem Grunde des mystischen Johannes-Evangeliums ausgeführt, ist allenfalls noch imstande, einen augenblicklichenEffekt hervorzubringen. Wie aber dis Romantiker nach den synoptischen Evan-gelien den Stifter des Christentums so schildern können, daß er als derGrößeste" erscheine (wie sich Keim ausdrückt), ist unbegreiflich und ist nurmöglich, wenn sie die Schattenseiten verdecken. Denn in diesen Evangelienwird der Schwerpunkt von Jesu Tätigkeit in seine Wundertäterei ver-legt. Um eine umfassende Schilderung von Jesu Wirksamkeit zu geben, berichtenalle drei Evangelien (Matth. 4, 23 und Parallelstellen):Jesus ging umher imganzen galiläischen Lande, lehrte in ihren Synagogen . . und heilte allerleiSeuchen und Krankheit im Volke . . und sie brachten zu ihm . . die Besessenen,die Mondsüchtigen und die Gichtbrüchigen, und er heilte sie". Die Romantikermüssen das, was den Evangelisten als dasGrößeste" an Jesus erschien, alssagenhaft wegeskamotieren. Geht man aber von der unabweislichen Voraus-setzung der essäischen Richtung Jesu aus, so kann man den evangelischen Er-zählungen gerechter werden. Allerdings hat man ihm allerlei Kranke und Be-sessene gebracht, weil man ihn zu den Essäern rechnete und diese allerdingsKrankheiten aus magischem Wege heilen zu können glaubten. Wie man voreinen gewissen Eleasar, wahrscheinlich einen Essäer, Besessene brachte, damit erden Dämon aus ihnen treibe, und dieser ohne Zimperlichkeit in GegenwartVespasians und seines Kreises sich aus diese Kur einlieh (Jos. Altert. VIII, 2, 5),ebenso kann man solche Dämonenbesessene vor Jesus gebracht haben, und erhat sie wohl ebenso wie jener Eleasar kuriert. Kurz alles Schwärmerische undExzentrische im Leben Jesu nach den synoptischen Evangelien ist aus demEssäismus, und nur aus ihm, zu erklären. Wie sagenhaft auch Hegesippus'Nachricht über Jakobus, angeblich Jesu Bruder (bei Lussöius, ömtoria. eeels-