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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Johannes der Täufer.

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in dieser Darstellung ist wohl der Zug, daß Johannes ein Nasiräer-leben geführt, d. h. zu den Essäern gehört hat. Seine Lebensweise

soll, daß also alles zusammen während der Jahre 2930 geschehen sein müßte,

während nach Joseph. (Altert. XVIIl, 5, 1) Herodes Antipas' Ehe mit Herodiasund die Verstoßung seiner ersten Frau, der Tochter des nabatäischen Königs,sowie der Krieg mit diesem König kurz vor Tiberius' Tod 3538 stattgefundenhaben (das. 5, 3). (Aus der Vergleichung von XVIII 5, 1 ff. mit das. 6, 2 ff.geht jedenfalls soviel hervor, daß die Herodias-Ehe und der Krieg mit Aretaskeineswegs in sehr nahem chronologischen Zusammenhangs gestanden Habens. Einenoch größere Schwierigkeit entsteht dadurch, daß Jos. (a. d. erst. St.) erzählt,Antipas' nabatäische Frau habe sich aus Eifersucht nach Machärus begeben,weil diese Festung damals ihrem Vater gehört habe (»? rov

rvr- Tsttrpt ö-ior«-.^), und daß er gleich darauf berichtet, Antipas habe

Johannes in Machärus gefangen gesetzt. Es müßte demnach zur selben Zeitdie Festung diesem, und nicht dem Nabatäerkönig, unterstanden haben. (Dierichtige Lesart a. a. O. istrA rr »ürß? n?rork1kt", wodurch jede chro-

nologische Schwierigkeit wegfällt. Vergl. Niese z. Stelle und Schürer 1^, 436,N. 20.j Indessen ist dieser Punkt leicht zu erledigen. Josephus' Bericht überJohannes, seine Gefangennahme und sein Tod (das. 2, 2) ist eine unverschämteInterpolation, wie der über Jesus (das. 3, 3), der jetzt allgemein als eineFälschung angesehen wird. sOb beide Stellen geradezu christliche Fälschungenseien, ist doch nicht ganz zweifellos. Zweifellos ist nur, daß sie beide in so starkerchristlicher Überarbeitung vorliegen, daß die etwaige echte josephinischs Aussagenicht mehr zu erkennen ist. Standen aber Aussagen des Josephus auch nuran den Stellen, an denen sie sich jetzt befinden, so bezeugen sie m. E. deutlich, daßdem Josephus ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten Jesu und Johannesnicht bekannt war. Die Literatur über die Echtheits-Frage s. bei Schürer I b,436 ff., 544 ff.j Wie konnte auch Josephus geschrieben haben 'Imoiwov i-L«Trr-aroii, ohne für die griechischen Löser zu erklären, wasdenn eigentlich ein Täufer ist? Dieses Kapitel ist eine geschickt-ungeschickteFälschung. Da das Lukas-Evang. noch andere chronologische Schnitzer begeht,z. B. Jesu Geburt in die Zeit der Schatzung des Quirinius setzt (7 nach Ehr.)und dabei dennoch in das Todesjahr des Herodes (4 v. Ehr.), so kann, von anderenUnrichtigkeiten abgesehen, das Todes-Datum 15. Tiberius' einfach falschsein. Soll es richtig sein, so kann Johannes' Lod nicht erfolgt sein, wegenseines Tadels der Ehe mit Herodias, wie denn dieser Zug ebenso tendenziösist wie der Kindermord zu Bethlehem. Daß Johannes, wie seine Lebens-weise in den Evang. geschildert wird, ein Essäer war, ist so sonnenklar, daß dieApologeten selbst es nicht ableugnen können; vergl. Keim, Geschichte Jesu vonNazara, I, 183. Sein Argument von Bonus ist unglücklich. Auch dieser marein Ultra-Essäer; vergl. Note 12. Was soll denn der Beinameder Täufer, anders bedeuten, als ein Mann, der sich und andere im Wasserbadet Was sonst über die Bedeutung seiner Taufe an-

gegeben wird auch in Renans Leben Jesu ist Widersinn. Proselyten-taufe? Er taufte ja nur Judäer! Johannes' Taufplatz Bsthabara (V.Lstdauia) jenseits des Jordans nennt nur das Johannes-Evang. verdächtiggenug. Es ist auch ein Widerspruch gegen die Angabe der syuopt. Evang.,wonach der Taufortin der Wüste", d. h. in der Nähe des toten Meeres undzwar diesseits gewesen sei.