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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Am meisten identisch malten sich wohl die Essäer den Messiasund die messianische Gnadenzeit aus, sie, deren ganzes asketisches Lebennur dahin zielte, das Himmelreich (Naleftut Laliamnjim) und diekommende Zeit (Olum Kn-Ln) zu fördern. Ein Messias, der dieZuneigung der Essäer gewinnen wollte, müsse ein sündenfreies Lebenführen, der Welt und ihrer Nichtigkeit entsagen, Proben ablegen, daßer des heiligen Geistes (Ruusft fta-Loclssolr) voll sei, müsse Gewaltüber die Dämonen besitzen und einen Zustand der Gütergemeinschaftherbeiführen, in welchem der Mammon nichts gelte, dagegen Armutund Hablosigkeit die Zierde der Menschen seien*).

Von den Essäern ging auch in dieser Zeit der erste Ruf aus, derMessias müsse in kurzer Zeit erscheinen,das Himmelreich sei nahe".Derjenige, welcher seine schwache Stimme zuerst in der Wüste erhob,dachte aber nicht daran, daß sie weithin über Länder und Meere er-schallen und die Völker der Erde um das Panier eines Messias scharenwürde. Er verkündete das Himmelreich nur, um die Sünder imjudäischen Volke zur Buße und Besserung einznladen. Er mochteglauben, wenn dieser erste Schritt von seiten Israels geschehen seinwürde, werde Gott den Sohn Davids, der, wenn auch nicht gegen-wärtig, doch vorhanden sei, senden, dem Volke das messianische Heilzu bringen und die Toten zu erwecken. Der Essäer, welcher diesenAufruf ergehen ließ, war Johannes der Täufer (wohl nichts anderesals der Essäer, d. h. der täglich in Quellwasser Leib und Seelereinigt). Es sind nur wenig Nachrichten über Johannes auf uns ge-kommen ?). Seine Jugendgeschichte, daß er der Sohn eines PriestersZacharias gewesen, welchen die bereits betagte Frau Elisabeth ihremebenfalls alten Gatten geboren, und daß er aus der PriesterklasseAbia gewesen, sowie andere seiner Geburt vorangegangene und nach-folgende Wunder 2), sind spätere Dichtungen; das einzig Geschichtliche

*) Vergl. Note 12, II.

*) Matthäus 3, 4sg., II, 18 und Parall.

b) Die Geschichte des Urchristentums wird nie einen hohen Grad historischerGewißheit erlangen können, weil die Hauptquellen, die Evangelien, von Legen-den und tendenziöser Darstellung ganz durchzogen sind. Die Urgeschichte be-ginnt mit Johannes' Vorläuferschaft auch dieser Zug ist tendenziös. DieChronologie bezüglich Johannes' Auftreten bietet einen unentwirrbaren Knäuel.Vergl. über die Schwierigkeiten und dis notbehilflichen Ausgleichungen Sevin,Chronologie des Lebens Jesu,. 2, S. 87 fg. Die Schwierigkeit liegt besondersdarin, daß Johannes (nach Lukas 3, I fg.) im 15. Jahre des Tiberius ausge-treten, daß bald darauf Jesus von ihm getauft worden und nach den synop-tischen Evangelien nur ein einziges Jahr gewirkt haben soll, und noch dazudarin, daß Johannes von Herodes Antipas noch vor Jesus infolge seiner Inter-pellation an denselben wegen oer Ehe mit Herodias hinzerichtet worden sein