Messianische Erwartungen.
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ihren Fahnen bis in den Tod treu blieben. So leicht es aber auchwar, messianisch-gläubige Anhänger zu finden, so schwer war es, sichbei der ganzen Nation als Auserwählter geltend zu machen und zubehaupten. Die Erkenntnis war durch die vielfachen Reibungen unddie Vertiefung in die heiligen Bücher zu sehr geweckt, das Volk zu sehrin Parteien gespalten, von denen jede andere Ansprüche an den künf-tigen Erlöser stellte, als daß eine mit Messias-Zeichen auftreteudePersönlichkeit die ganze Nation hätte befriedigen können. Die republi-kanischen Zeloten, die Jünger Judas des Galiläers, erwarteten zu-nächst, der Messias werde die Feinde Israels mit dem Hauche seinesMundes besiegen, dem Römerreiche ein Ende machen und das goldeneZeitalter davidischer Regierung wicderherstellen. Die Schamma'Itenmochten zu diesem Bilde vom Messias noch die äußerst peinliche Reli-giosität und die tiefste Sittenreinheit hinzufügeu. Die Hilleliten, minderpolitisch und minder fanatisch, dachten sich wohl unter dem Messiaseinen Friedeusfürsten für die inneren und äußeren Reibungen. Siealle waren aber darin einig, daß der Messias aus davidischem Ge-schlechts entstammt sein müsse, wie denn der Ausdruck Sohn Davids(Lsn Oavick) im Laufe der Zeit gleichbedeutend mit Messias gewordenwar. Die messianische Erfüllung müsse sich, so glaubte man damalsallgemein, auch bewähren durch das Heimkehren der in alle Enden zer-streuten Stämme Israels, reich von den Völkern mit Geschenken be-laden, als Sühne für die ihnen auferlegten langen Leiden. Selbst dieGebildeten, welche vom griechischen Geiste angehaucht waren, als derenHauptrepräsentant der judäische Platoniker Philo gelten kann, stattetendie zukünftige Zeit der Herrlichkeit mit Wundern aus. Eine über-menschliche Erscheinung, nur den Frommen sichtbar, werde die ver-bannten und reuigen Nachkommen Israels aus griechischen und bar-barischen Landen heimführeu*). Die messianische Zeit werde auch, sodachten die Gebildeten, die judäische Nation innerlich dazu vorbereitetfinden, in altpatriarchalischer Lebensheiligkeit und in gehobener Ge-sinnung, die keinen Rückfall mehr in die alte Sündhaftigkeit zuließe, undder göttlichen Gunst teilhaftig. Dann würden die Gnadenquellen ehe-maliger Glückseligkeit aus ewigem Born wieder fließen, die verödetenStädte wieder erstehen, die Wüste in fruchtbares Land verwandeltwerden und das Gebet der Lebenden würde die Kraft haben, dieHingeschiedenen wieder zu erwecken 2).
Philo äs sxeoratiouibns 8 — 9 sä. NaiiASZ' 1. II, p. 435
soll eine Feuersäule, wie beim Auszug aus Ägypten verstanden werden, in derHaggada iw- genannt. Vergl. Korintherbr. 10, 1. Philo das.