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Geschichte der Juden.
auf den Standarten der Legionen waren, nach Jerusalem bringen, umsie daselbst aufzustellen. Diese Ausstellung von göttlich verehrtenMenschenbildern brachte bei den Einwohnern Jerusalems und, wie sichdie Nachricht davon verbreitete, im ganzen Lande eine tiefe Aufregunghervor. Abgeordnete des Volkes eilten zum Landpfleger nach Cäsarea,ihn um Entfernung der Bilder anzuflehen. Ihnen schlossen sich sogardie noch lebenden Glieder des herodianischen Hauses an. Fünf Tagelagerten die Flehenden vor dem Palaste des Landpflegers, ihn mitBitten bestürmend. Am sechsten Tage ließ Pilatus sie durch seineLegionen erschrecken und drohte sie niederhauen zu lassen, wenn sienicht von ihren Bitten abstünden. Da aber die Judäer standhaft bliebenund ihr Leben für die Heilighaltnng ihrer religiösen Überzeugung ein-zusetzen entschlossen waren, so gab er, vielleicht auch aus Furcht, vonTiberius, ohne dessen Willen er es unternommen haben mochte, zurRechenschaft gezogen zu werden, den Befehl, den Gegenstand des Anstoßeszu entfernen i).
Zum zweiten Male brachte er die Einwohner Jerusalems in Auf-regung. Unter dem Vorwände, eine Wasserleitung von einer zwei-hundert Stadien (36 Kilometer) von Jerusalem entfernten Quelle an-zulegen, nahm er den Tempelschatz (Lorbau) in Beschlag. Da er selbstin Jerusalem anwesend war, so belagerte ihn die Volksmenge und stießVerwünschungen gegen ihn aus. Er wagte aber nicht, seine Legioneneinschreiten zu lassen, sondern ließ viele Soldaten, in judäischer Trachtverkleidet, sich unter die Menge mischen und auf sie einhauen. VieleJudäer fanden dabei Wunden und Tod, die anderen zerstreuten sich fl.
fl Jos. Altert. XVIII, 3, I. Philo Gesandtschaft an Casus L. II, 589fg.und dazu Note 21. fl Josephus das. XVIII, 3, 2.