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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

eine Erlösung davon durch die göttliche Gnade für sein Volk verheißenworden wäre. Das mystische Buch Daniel aber wurde ebenfallsin diesem Lichte betrachtet und gab Anhalt für die Anwendung seinerMystik auf die Gegenwart. Das vierte Tier, eine Allegorie für einviertes Reich, welches nach dem babylonischen, medo--persischen undgriechisch-mazedonischen auftreten und alles mit Füßen niedertretenwerde, daskleine Horn" (eine Allegorie in diesem Buche), welchesLästerungen gegen Gott ausstößt, wurde auf das läuderbezwingendeund völkerknechtende Rom bezogen, dessen jäher Sturz zugleich verkündetwerde ^).

Unter Coponius, der nach Quirinius' Abzug als der erste Land-pfleger geblieben war, regte sich wieder der alte Groll zwischen Judäernund Samaritanern. Seitdem Hyrkan I. die letzteren besiegt, ihre Haupt-stadt dem Erdboden gleichgemacht, ihren Tempel auf Garizim verbrannthatte (S. 71), schien es, als wenn dieser halbjudäische Volksstamm mitabweichendem Kultus und mit seinem Protest gegen die Heiligkeit desjerusalemischen Tempels der Vergessenheit anheimgefallen wäre. AlleinHerodes, der nicht Übel genug heraufbeschwören konnte, hatte dieSamaritaner wieder aus dem Schlummer geweckt und ihre Leidenschaftangefacht. Er hatte ihre Stadt Samaria unter dem Namen Sebastewieder aufgebaut und sie ohne Zweifel wegen seines dem ihrigen ähn-lichen Verhältnisses zum Judentume auf alle Weise begünstigt. Eineseiner Frauen, Malthake, war eine Samaritanerin und deren SohnArchelaus sein Nachfolger. Die Samaritaner mochten nun glauben,der Zeitpunkt sei nahe, dem Tempel in Jerusalem eben so zuzusetzen,wie die Hasmonäer dem ihrigen getan, und die Römer würden ihnen,wenn auch nicht Vorschub leisten, doch durch die Finger sehen. Alsdaher das Passahfest herannahte und an diesen Tagen wegen der vielenOpfer die Tempelpforten schon um Mitternacht geöffnet wurden, schlichensich einige Samaritaner in den ersten Tempelvvrhof und warfen Menschen-gebeine in die Säulenhallen, wodurch der Tempel verunreinigt werdensollte (um 10). Ob auch in das Innere des Heiligtums Gebeine ge-worfen worden, und ob dadurch der Tempeldienst an diesem Tage gestört

st Vergl. Uiclrasob zu Genesis o. 76: 2222:2V 2PV22 212^2 11 . . . . u-op: 12p27,>'2 2MM2 bvL Deswegen hat Zacharia den Kabutal, welcher kurz

vor dem Tempeluntergang Vorleser für die Hohenpriester war, denselben ausDaniel vorgelesen, um ihnen nahezulegen, daß das vierte oder römische Reichebenso dem Untergang geweiht sei, wie die vorangegangenen drei (iloma I, 6:buu-!2 msb '>2'2P >222,2 2'2P2). Vergl. Hieronymus Comment. zu Daniel Xl,Ende, daß jüdische Ausleger die Danielschen Visionen auf das römische Reichbezogen haben.