Die heiligen Schriften dritter Klasse.
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Es gab also seitdem drei Gattungen von biblischen Schriften- das hoch-heilige Fünfbuch oder Moses Lehre, die Propheten mit der Heilig-keit zweiten Grades und die genannten Bücher mit der Heiligkeit drittenGrades. Diese wurden heilige Schriften schlechthin genannt (KitdsIvoässab, Hagiographen 1). Eine Regel (Kanon) dafür, was zu dieserGattung gehören solle, wurde anfangs nicht aufgestellt, sondern dashöhere Altertum oder der religiöse Inhalt waren eine Empfehlung fürdie Aufnahme und Einreihung unter die Hagiographen. Wahrscheinlichhatte Sirachs Spruchbuch, das noch wärmer als die SalomonischenSprüche den hohen Wert des „Gesetzes" betont, ebenfalls einen Platzin der Sammlung gefunden. Für die Anerkennung wegen des höherenAlters richteten sich die Sammler nach der Aufschrift, die au der Spitzeder Schriften angegeben war. Nur zwei Büchern, gegenüber wurdedas Bedenken rege, ob ihnen der Charakter der Heiligkeit zu verleihensei- dem Hohenliede, welches zwar Salomos Namen an der Spitzeträgt, aber, äußerlich betrachtet, nur ein weltliches Liebeslied zu seinscheint, und dem Prediger (Ivobslst), der zu Anfang zwar auch diesenKönig als Verfasser andeutet, der aber in seiner Zweifelsucht selbst denGlauben au die Unsterblichkeit und au eine gerechte Weltordnung inden Zweifel hineiuzieht. Die Schammaitische Schule war daher vonvornherein gegen die Zulassung dieser Bücher zur Sammlung derHagiographen, und ihr Urteil scheint eine Weile durchgedrungen zu sein,da später die Frage über die Zulässigkeit derselben von neuem angeregtwurde. Nur die Gunst, welche beide Bücher, die eine andere Tonartals die übrigen biblischen Schriften anschlageu, bei den Hilleliten fanden,hat sie vor dem Untergang geschützt.
Am meisten beliebt wurden zwei hagiographische Schriften, derPsalter und Daniel. Die Psalmen, von denen die Zeitgenossenglaubten, daß sie zum allergrößten Teil von dem königlichen SängerDavid stammen, wurden fast den prophetischen Büchern gleichgestellt.Die Leser suchten und fanden darin Anspielungen und Andeutungenauf die verschiedenen Lagen der Nation in dem Verlaufe der langenGeschichte, als wenn der Sänger diese prophetisch vorausgeschaut undauch für trübselige Zeitlänfe Trost und Hoffnung angedeutet hätte.Priester und Leviten, zumeist pharisäisch gesinnt und der einen oderanderen der beiden Schulen angehörig, wählten daher aus dem Psalterfür den Chorgesang der Leviten an manchen Wochentagen und FestenKlage- und Bittpsalmen aus, welche die unglückliche Lage unter derRömerherrschaft wiederspiegeln, überzeugt, daß diese vorausgesehen und