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Geschichte der Juden.
und halfen die Römer bekämpfen. Nur Gratus, Anführer desherodianischen Fußvolkes, und Rufus, ein Reiterhauptmann, die zu-sammen dreitausend Soldaten befehligten, blieben den Römern treu.Die Aufständischen belagerten hierauf den herodianischen Palast, legtenMinen, um die Türme znm Sturze zu bringen, und drohten den Römernmit dem Schlimmsten, wenn sie nicht sofort abzögen. Sabinus schwanktezwischen der Furcht, von den Judäern besiegt, und der Hoffnung, mitdem von Varus erwarteten Zuzug Meister des Aufstandes zu werden,und hielt sich in den Zitadellen des Palastes Z.
Diese Vorgänge entfesselten in allen Teile» Judäas alle Gräuelder Anarchie, die indessen, wenn sie von einsichtsvollen Führern zueinem, die ganze Nation elektrisierenden Ziel geleitet worden wären,den Streit der Herodianer um die Krone noch auf eine andere Weiseentschieden hätten, als diese erwartet haben. Aber weil die im ganzenLande herrschende Aufregung und Erbitterung keinen Sammelpunkt fandund von Abenteurern selbstsüchtig ausgebeutet wurde, schadete sie derNation mehr als den Feinden. Zweitausend Soldaten, die von Herodeskurz vor seinem Tode entlassen worden waren, vermutlich Jdumäer,beunruhigten den Süden. Ein gewisser Simon, ein Sklave desHerodes, imposant wegen seiner Gestalt und Schönheit, sammelte eineSchar Unzufriedener um sich, die ihn als König anerkannten, und ver-brannte den königlichen Palast in Jericho und andere königliche Burgen.Ein Namenloser aus Peräa verbrannte mit seiner Horde den königlichenPalast in Bethramta (Livias) am Jordan. Ein dritter Abenteurer,ein Hirte mit Namen Athronges, von riesiger Größe und Körper-kraft, von vier ähnlichen Brüdern unterstützt, setzte sich das Diademauf, band mit den Römern an, schnitt ihnen die Zufuhr ab und hieltsich so tapfer, daß er am schwersten zu besiegen war und sein Unwesenam längsten fortsetzen konnte?). Nur ein einziger Freischarcnführerhatte ein festes Ziel im Auge und hätte den Römern und Herodianernam meisten schaden können, wenn er von Gleichgesinnten und vomGlücke unterstützt worden wäre. Es war Juda, bekannt unter demNamen der Galiläer, aus Gamala in Gaulanitis gebürtig, ein Sohnjenes Ezekia, an welchem sich Herodes seine ersten Sporen verdienthatte (o. S. 178). Von Haß gegen Rom und das herodianische Hausund von Liebe zu der Nation erfüllt, rief Juda der Galiläer einePartei ins Leben, die später die ganze Nation beherrschte und denRömern mehr zu schaffen machte als die Gallier und Germanen, diePartei der Eiferer (Zeloten). Juda stand damals in reifem Mannes-
i) Josephus Altert. 10, 3. ^ Das. 10, 5 ff.