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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

von sämtlichen in Jerusalem weilenden Fnßtruppen plötzlich überfallenund niederhanen; die Reiterei stand in der Ebene, um die Flüchtigenniederzutreten. Dreitausend kamen an diesem Tage auf dem Tempel-berge und in den angrenzenden Stadtteilen um, die übrigen zerstreutensich. Herolde machten darauf in der ganzen Stadt bekannt, daß Archelausdie Passahfeier für dieses Jahr (4) verböte; jedermann sollte sich vomTempel fernhalten*). Das war die Einweihung von Archelaus' Regierung.Indessen mag zu seiner Entschuldigung dienen, daß er zum Blutver-gießen förmlich heransgefordert war, indem das Volk Anforderungenan ihn stellte, die er außerstande war zu erfülle», wollte er sichnicht dem Verdachte aussetzen, sich königliche Befugnisse angemaßt zuhaben, ehe noch Augustus sein Wort gesprochen hatte.

Obwohl Archelaus' Verwandte an seiner Stelle nicht milder Ver-fahren wären, tadelten sie dennoch seine Grausamkeit und bedientensich derselben als Waffe, um als Ankläger gegen ihn vor Augustusaufzntreten und ihm die Thronfolge streitig zu machen. Die ganzeSippschaft reiste nach Rom, um Judäa zu den Füßen des Kaisers zulegen und von ihm die Bestätigung oder Änderung des Testamenteszu erflehen. Während ihrer Abwesenheit traten Ereignisse ein, dieden Preis ihrer Bewerbungen beinahe in andere Hände gelegt hätten.Judäa glich einem großen Kampfplatze, auf dem erbitterte Gegnergegeneinander losrennen. Häuptlinge warfen sich in mehreren Teilenals Könige oder Volksführer auf, für und gegen die Freiheit kämpfend.Das Blut der erschlagenen Kämpfer, das Geschrei der wehrlos Er-würgten, der Rauch der eingeäschcrten Städte erfüllten jedes Herzmit Grauen und schienen den Untergang Judäas herbeizuführen. Dietragischen Ereignisse des ersten Jahres nach Herodes' Tode bezeichnetdie Chronik mit dem Ausdruck Kriegsepoche des Varns^), desStatthalters von Syrien, bekannt durch seine spätere Niederlage gegendie Germanen. Die Leiden, die infolge von Barns Einmischung überJudäa hereinbrachen, standen in keinem Verhältnis zu der Dauer desAufstandes und Kampfes. Quinctilius Varus war nach der Abreiseder herodianischen Familie auf Archelaus' Veranlassung in Jerusalemgeblieben, um den Ausbruch eines Aufstandes in Abwesenheit der Fürstenim Keime zu ersticken. Die Arbeit fiel ihm nicht schwer, da die denHerodianern feindlichen Patrioten weder nach einem Plane handelten,noch bewaffnet waren, sondern sich von ihrem Hasse zu unklugenDemonstrationen Hinreißen ließen. Hierauf hielt Barns seine Anwesenheitin der jndäischen Hauptstadt für überflüssig und begab sich auf seinen

U Josephus Altert. 9, 2 3.

2) 7rv-.k^o? Uolsmos 8vbsl Varos. Vergl. Note 18.