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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Herodes' Testament.

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Salome und ihr Gatte Alexas gingen so weit, Herodes Mordbefehlwider die in Haft gehaltenen Vornehmen des Landes (o. S. 244)unausgeführt zu lassen; sie wußten den Obersten der herodianischenLeibwache zu überreden, Herodes selbst sei von der Ausführung derangedrohten Hinrichtung in Masse abgestanden ff.

Archelans, der noch mehr Grund hatte, sich mit dem Scheine derVolksgunst zu umgeben, betrat nach der Trauer den Tempelvorhof undversprach, auf einem in Gestalt eines Thrones errichteten Rednerstuhlestehend, die Unbilden, die das Volk von seinem Vater erlitten, abzu-stcllen und alles ans das befriedigendste zu ordnen. Allein die Volks-menge, durch diese Nachgiebigkeit ermutigt, begnügte sich nicht mit leerenköniglichen Versprechungen, sondern formulierte die Beschwerden infaßbare Punkte und verlangte schleunige und sichere Abhilfe. FünfPunkte waren es besonders, auf welchen das Volk hartnäckig bestand:die drückenden, regelmäßigen jährlichen Stenern sollten vermindert, dieZölle auf öffentliche Käufe und Verkäufe aufgehoben, die Gefangenen,die seit Jahren in den Kerkern schmachteten, in Freiheit gesetzt, dieRäte, die für den Feuertod der Adlerzerstörer mitgestimmt, sollten be-straft, endlich der mißliebige Hohepriester Joasar abgesetzt und einWürdigerer an seine Stelle eingesetzt werden ff. Damit war aber nichtweniger verlangt, als ein neues, volkstümliches Regierungssystem ein-zuführen und die herodianische Tyrannei öffentlich zu brandmarken.

Wenn Archelaus auch der gute Ruf seines Vaters nicht sehr amHerzen lag, war er doch nicht imstande, ans solche Wünsche einzngehen;aber um das Volk nicht zu reizen, versprach er alles und schob dieAusführung auf, bis das Testament die Bestätigung erhalten habenwürde. Allein die Volksmenge, ans den vielen Tausenden bestehend,die am Vorabend des Passah zur Festfeier aus allen Teilen Judäas inJerusalem zusammengeströmt waren, und aufgestachelt von den strengenPharisäern, die mit der Erinnerung an den Märtyrertod der Adler-zerstörer Juda und Matthias und ihrer Jünger auf das Gemütwirkten, ließ sich nicht abweisen, sondern trat trotzend auf. Was sieunternommen hat, ist nicht bekannt; Archelaus hatte einen Aufstand zufürchten, und um diesem vorznbengen, sandte er eine Schar Soldaten,die Zusammenrottung auseinanderzutreiben. Aber die Soldaten wurdenmit Steinwürfen empfangen und in die Flucht geschlagen. Indessennahte der Nachmittag heran, und das Volk, mit dem Passahopfer be-schäftigt, hatte vorläufig seinen Zorn fahren lassen und dachte wederan Angriff noch an Widerstand. Da ließ Archelaus die opfernde Menge

ff Josephus Altert. XVII, 8, 12. ff Das. 8. 4; 9, 1.