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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
Entstehung
Seite
239
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Kohslet (Prediger).

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Freier durfte er sich bewegen, wenn er von den Untaten undVerkehrtheiten der Zeit sprechen wollte.Und auch das habe ich unterder Sonne erfahren: an der Stätte des Rechtes da ist die Ungerechtigkeit,und an der Stätte der Frömmigkeit da ist die Sünde Z. Wiederumhabe ich alle Bedrückungen unter der Sonne gesehen, da sind die Tränender Bedrückten, die keinen Tröster haben, und in der Hand ihrer Be-drücker ist Macht, und sie haben keinen Annehmer. Da pries ich dieToten, die längst gestorben, glücklicher als die noch Lebenden und glück-licher als beide diejenigen, die noch gar nicht geboren und die böseTaten nicht gesehen haben, die unter der Sonne geschehen" 2). Ironischläßt der Verfasser den König sprechen immer den König Kohsletselbstwenn du Druck des Armen und Raub an der Stätte desRechtes und der Gerechtigkeit siehst, so wundere dich über das Dingnicht, denn ein Hoher wacht über einen anderen und über diesen sindnoch Höhere" -'st. Auch die Spioniersucht und die Angeberei der Herodi-anischen Regiernngsweise, wodurch so viele dem dunkeln Kerker oderdem heimlichen Tode verfielen, läßt das Buch nicht ungegeißelt:Selbstunter deinen Bekannten sollst du den König nicht verwünschen, undin deinem Schlafgemach den Vornehmen nicht schmähen; denn ein Vogeldes Himmels kann die Stimme entführen und der Mann der Flügeldas Werk verraten" Z.

Indessen da die Aufgabe des Verfassers nicht allein war, eineSatire auf den König zu schreiben, sondern ganz besonders die Übelzu heilen, welche dessen Mißregierung erzeugt hatte, so mußte er auchnach dieser Seite hin scharf zufahren und die Dinge beim rechtenNamen nennen. Es ist nicht erstaunlich, daß beim Anblick der ein-gerissenen Zerrüttung aller Lebensverhältnisse im jndäischen Gemein-wesen sich eine düstere, lebenssatte Stimmung in die Gemüter ein-genistet hatte. Was soll aus Juda und dem Judäertnm werden, wennein Fremdling, ein Römerknecht alle Gewalt in Händen hat und diesemißbraucht, um nicht bloß das Volk zu knechten, sondern cs sich selbstzu entfremden, das Gesetz zu verletzen, das Hohepriestertnm zu schändenund die Patrioten noch dazu zu zwingen, ihm den Eid der Treue zuleisten und ihm die Hand zu seiner Verruchtheit zu bieten Weh,

wer das erlebt hat! Das war die Stimmung der Gemüter derer,welche Sinn und Herz für die Nation und die Lehre hatten. Jede

Z Ivobslst 3, 16, s. Kommentar. ^ Das. 4, 1 3. Das. 5, 7.

H Das. 10, 20. Der Mann der Flügel ^2 kann eins Anspielung

auf die Essäer sein, mit denen Herodes gut stand. Vergl. 0 . S. 02 undNote 12.

b) Josephus Altert. XV, 10, 4.