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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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238
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Geschichte der Juden.

Wohlan, ich will mein Herz in Freuden und Genüssen des Angenehmenerproben .. .. Ich hatte in meinem Sinne ausgedacht, meinen Körperin Wein zu baden, ich machte meine Werke großartig, baute mir Häuser,pflanzte mir Weinberge, schuf mir Gärten und Lustplätze (Paradiese)und pflanzte darin Bäume jeglicher Frucht. Ich kaufte Sklaven undSklavinnen, Hausleute hatte ich, auch Herden von Rindern und Schafenmehr als alle vor mir in Jerusalem. Ich sammelte mir auch Schätzevon Gold und Silber, Königsschätze, ich verschaffte mir Sänger undSängerinnen und Lustbefriedigungen der Menschen. Alles, was meineAugen begehrten, entzog ich ihnen nicht. Denn mein Herz sollte sichan meiner Mühe freuen. Da sah ich aber nach allen meinen Werken,die meine Hände geschaffen, und sieh' da alles Hauch und Jagdnach Wind und kein Gewinn unter der Sonne... Und ich hasse dasLeben, denn mir mißfällt das Tun, welches unter der Sonne geschieht;ich hasse all mein Mühen, daß ich es einem überlassen soll, der nachmir sein wird, und wer weiß, ob er weise oder töricht sein wird, under soll über alles herrschen, um was ich mich gemüht? Das ist ebenEitelkeit" ^).

Noch öfter läßt der Verfasser den König solche düstere Betrachtungenüber die Zukunft anstellen.Da gibt es einen Einzigen, der keinenZweiten über sich hat, auch nicht Sohn und Bruder, und kein Endeist allem seinen Mühen. Aber für wen mühe ich mich denn ab undlasse meine Seele darben? Das ist aber Eitelkeit und eine schlimmeSache" st. Sollte Hcrodes an diesen Zügen noch nicht zu erkennen seinso sollten noch derbere Anspielungen auf seine verkehrte Regierung, wieer die Angesehensten heruntergebracht und gemeines Gesindel hoch er-hoben hatte, die erwünschte Deutlichkeit geben:Der Niedrige ist auferhabene Höhe gehoben und die Reichen sitzen in Niedrigkeit; ich sahSklaven auf Rossen und Fürsten auf der Erde gehen wie Sklaven" st.

Und noch deutlicher:Weh dir, o Land, dessen König ein Sklave ist,und dessen Fürsten schon des Morgens schmausen! Glücklich, o Land, !dessen König ein Freier ist, dessen Fürsten zur Zeit speisen in Tapferkeit >und nicht in Trunk" st.Besser ein armseliges und kluges Kindals ein alter und törichter König, der gar nicht mehr gewarnt werdenkann" 5). Welche Ironie liegt eben darin, daß ein König selbst einen ^solchen König oder sich selbst an den Pranger stellt! Weil der Ver-fasser aber fürchtete, Opfer seiner Satire zu werden, so bricht er Plötzlichab, so oft er auf den König eine grelle Beleuchtung geworfen hat, undspricht von einem anderen Gegenstand in harmloser Weise.

st Lobeist 1, 12 fg. st Das. 4, 8. st Das. 10, 6. 7.

st Das. 10, 1617. Vergl. Graetz' Kommentar z. St. st Das. 4, 13.