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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Das Buch Kohslet.

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sein eigenartiges Buch genannt, welches alles dieses und viel Gedanken-anregendes enthält. Kohslet ist aber der Name des Königs, dem derunbekannte Verfasser die Betrachtungen über die Verkehrtheiten der Zeitin den Mund legte. Er läßt den König, der so hoch und weit hinaus-strebte und so kläglich mit Verzweiflung im Herzen seinem Ende ent-gegensah, sich selbst geißeln, sich selbst zum Warnungsbilde aufstellen.Er läßt ihn, nachdem er sich lebenslänglich abgemüht, das Bekenntnisablegen,Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel".

Kohölet ist aber nicht bloß eine Satire auf den König, seineMißregierung, den Mißerfolg seiner Bestrebungen und die Verkehrt-heiten der Zeit, sondern auch eine philosophische Ermahnung, sich nichtvon den trostlosen Erscheinungen der Zeit Niederdrücken zu lassen undden Gleichmut nicht zu verlieren. Das Buch geht dabei von einereigenartigen religiösen Anschauung aus, die nicht nur von der seinerZeit sondern auch von der aller Zeiten abweicht. Tie darin dargestellteFrömmigkeit trägt nicht die angekränkelte Farbe des düsteren Brütensund der Traurigkeit über die Schlechtigkeit der Welt, sondern diegesunde des sicheren Vertrauens auf den Lenker derselben, der vonAnfang an alles zum besten gefügt und geordnet habe. Bei allemElende, welches Herodes über die jndäische Nation gebracht, bei allerZersetzung, die er verursacht hatte, war doch noch so viel Geisteskraftim Volke geblieben, ein so durchdacht angelegtes literarisches Erzeugniszu schaffen wohl das letzte ans der nachexilischen Zeit.

Nach einer kurzen und spannenden Einleitung über den ewigenBestand der Welt in dem ewigen Fluß aller Dinge führt das Buchden König Kohslet ein, wie er zum Bewußtsein der Eitelkeit seinerBestrebungen gekommen ist.Ich, Kohslet, bin König über Jerusalemgeworden und gab mein Herz hin, mit Weisheit zu erforschen und zuerspähen alles, was nnter dem Himmel geschieht ein böses Geschäft,das Gott den Menschen gegeben, sich damit zu quälen. Ich habenämlich alles Tun gesehen, das unter dem Himmel geschieht, und sieh'da, alles ist Hauch und Jagd nach Wind". Das Selbstgeständnis desKönigs von der an sich selbst erfahrenen Enttäuschung geht noch weiter.Ich sprach mit meinem Herzen:Sieh' da, ich bin groß gewordenund habe mehr Weisheit erlangt als alle vor mir in Jerusalem.

der Stellen, welche Indizien für die Abfassungszeit gewissermaßen aufdrängen,meine Überzeugung nur noch mehr befestigt. L. Sei necke hat meine Auf-fassung und Zeitbestimmung von Kohslet vollständig adoptiert. (Geschichte desVolkes Israel II, 35 f., Göttingen 1884.) (Die Unmöglichkeit dieser Ansetzungdes Buches hat Kuenen, Hist. krit. Einl. in die Bücher des A. T., III, l,S. 176 f., 188, 196 m. E. gründlich nachgewiesen.s