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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

irgendwie beteiligt war, wurde abgesetzt und dafür ein römisch gesinnterHoherpriester, Joasar, Sohn des Simon ans dem Geschlechte derBoöthos, mit der Würde bekleidet Z. Er war der sechste Hohepriesterwährend der Herodianischen Regierung.

Wie sehr Herodes aber auch den Mund verstummen machte, welcherihm seine Ruchlosigkeit vorwarf, und die darüber entrüsteten Verkünderden Flammen überlieferte, er konnte es doch nicht verhindern, daß einerseiner Zeitgenossen ein Bild von seinen Untaten und seiner verzweifeltenGemütsstimmnng in seinen letzten Regiernngsjahren der Nachwelt hinter-lassen hat. Dieses Bild, wie vorsichtig verhüllt auch gezeichnet, istdoch so lebenswahr gehalten, daß Herodes, wenn es ihm zu Gesichtegekommen wäre, und er es verstanden hätte, vor Entsetzen über seineeigene Verworfenheit hätte vergehen müssen. Es war ein bedeutenderKünstler, der dieses Schattenbild gezeichnet und in den Rahmen derZeit eingefügt hat mit allem Elend und Jammer, welchen dieser Königvon der Römer Gnaden über alle Klassen der Bevölkerung Judäas ge-bracht hatte. Auch die Verzerrungen, welche die Herodianische Trug- undBlntregiernng im Volksleben erzeugt hat, verstand dieser Künstler indem Zeitbilde kenntlich hervortreten zu lassen. Hätte er seine oft über-raschenden Gedanken in zusammenhängender Reihenfolge entwickelt undin einen abgerundeten Guß gebracht, so hätte sich sein Werk den voll-endeten Kunstwerken anreihen können. Er stellte aber seine Betrachtungenund Nutzanwendungen über die Verkehrtheit seiner Zeit sprunghaft dar,ohne vermittelnde Übergänge, öfter in rätselhafter Sprache, bald inspöttischem Tone uno in ironischen Wendungen, und bald wieder unter-mischt mit Schmerzensansrnfen. Kohslet^) wird dieser Künstler und

Z Josephus Altert. 6, 24.

2) In meinem 1871 erschienenen Kommentar zum Prediger (Lobölst) habeich den Nachweis geführt, daß das rätselhafte Buch nur dadurch Verständniserhält, wenn man davon ausgeht, daß es eine Satire auf Herodes, seine blut-triefende Regierung, welche im judäischen Staate das Unterste zu oberst gekehrthat, und auf die verkehrten Anschauungen gewisser Klassen bildet. Seitdemist dieses Buch vielfach erklärt worden, besonders in England und Frankreich:Tbomas ll?züsr, soms nerv svläönos as to tbs clats ol tbs Roeleeiastss<l872); Vals, a oommentarz- an Reelesia8tes (1873); R. II. Rlnmptre,Leolssiastös, or tbs preaebsr (1881); R. Renan, I'Reelösiasts traclnit äsI'Rsbrenx avee uns stucke snr l'Lg's et Is earaotsre cln livre (1882); Ob.Ren. Hamilton äVriß-bt, tbs koob atLobelst (1583). Alle diese Forschungenhaben meinen Kommentar berücksichtigt, teilweise auch manches daraus adoptiert,dagegen dis Abfassungszeit unter Herodes negiert, ohne auch nur durch irgendein Argument meine Annahme zu erschüttern. Ich finde mich daher keineswegsin die Enge getrieben, davon abzugehen, im Gegenteile hat das unsichereHerumtasten der genannten Autoren und ihre Verlegenheit bei der Erklärung