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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Der herodianische Tempel.

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machen, erließ er den dritten Teil der Steuern, angeblich weil dasLand vorher durch anhaltende Dürre gelitten hatte Z. Diese Rücksicht,verbunden mit seiner Baulnst, gab ihm den Gedanken ein, den Tempel,der bereits fünfhundert Jahre alt, klein und in altertümlichem Stileerbaut war, neu und glänzend umzuschaffen. Die Vertreter der Nation,denen er seinen Willen, den Tempel zn erneuern, kund gab, nahmendie Botschaft mit Schrecken auf; sie fürchteten, daß es Herodes nurdarum zu tun sei, den alten Tempel abzubrechen, oder daß sich derNeubau in die Länge ziehen werde, und sie so oder so des Heiligtumsberaubt sein würden. Indessen beruhigte er sie durch die Versicherung,daß er den alten Tempel so lange werde unberührt lassen, bis dieBaumaterialien hcrbeigeschafft und Arbeiter in Masse angeworben seinwürden. Bald sah man Tausende von Wagen, welche Quadersteineund Marmor auf den Bauplatz herbeiführten. Zehntausend Arbeiter,im Baufache unterrichtet, waren zur Hand, ans Werk zu gehen. Imachtzehnten Jahre seiner Regierung (Januar 10) wurde der Bau inAngriff genommen, und das Innere des Tempels war in anderthalbJahren vollendet. Der äußere Bau, Mauern, Hallen, Säulengängeerforderten einen Zeitraum von acht Jahren, und noch lange nachher,bis kurz vor dessen Zerstörung, wurde an dem äußeren Tempelraumegearbeitet. Es hat sich eine in zwei verschiedenen Quellen überein-stimmende Nachricht erhalten, daß während der Bauzeit des innerenTempels der Regen nie am Tage, sondern immer nur zur Nachtzeitgefallen sei 2 ), wodurch die Arbeiten keine Störung erlitten. DerHerodianische Tempel war ein Prachtwerk, dessen erhabene Schönheitdiejenigen, welche ihn noch gesehen, nicht genug bewundern konnten.Er unterschied sich von dem abgebrochenen Serubabelschen Tempel durchein gesteigertes Größenvcrhältnis und erhöhten Glanzt). Der ganzeUmfang des Tempelberges (8ar ba-Lusik), welcher mit einer hohen undfesten Mauer umgeben war, betrug mit der damit verbundenen BurgAntonia sechs Stadien (^/»g Meile, 1^ Kilom.) und stieg terrassen-förmig auf. Vermöge dieser Lage konnte das Heiligtum aus weiterFerne gesehen werden, und es machte auf das Auge einen imposantenEindruck. Längs der ganzen äußersten Blauer waren innerhalb ge-

r) Das. 10, 4.

H Josephus Altert. XV, 1l, 57. Daanit 33 b.

H Die ausführliche Beschreibung des Herodianischen Tempels Lliscbnalllickclot; Josephus Altert. XV, 11, 35; jiid. Kr. V, 5, 16. Die Vergleichungbeider Quellen ergibt manche Widersprüche und Dunkelheiten über Maßver-hältnisse. Vergl. Monatsschr. 1876, S. 386 sg., 435 fg. (Weitere Literatur beiSchürer 1^, 392, Note 73.)