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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Nach Ananel hatte er Josua aus dem Geschlechte Phiabi zumHohenpriester eingesetzt. Weil ihn aber ein schönes Mädchen bezauberthatte, eine andere Mariamne, Tochter eines unbekannten PriestersSimon, so erhob er dessen Vater znm Hohenpriester, um eine einigermaßenebenbürtige Ehe eingehen zu können (24). Dieser Hohepriester Simon,durch welchen Josua verdrängt wurde, war aus Alexandrien. Er warder Sohn des Boethos und hat den Grund zu der Größe des HausesBoöthos gelegt, welches noch einige Hohepriester aufstellte ft. DieserAlexandriner scheint der Stifter der Boöthusäer gewesen zu sein,die den sadduzäischen Lehrsätzen huldigten und sie gewandter als dieSadduzäer mit alexaudrinischer Schlagfertigkeit und Sophisterei zurechtfertigen verstanden ft.

Alle diese rücksichtslosen Eingriffe, die Herodes sich erlaubte, warennicht geeignet, ihn bei der Nation beliebt zu machen. Er kannte dieseMißstimmung und wollte sie, da er sie nicht unterdrücken konnte,wenigstens unschädlich machen. Er ließ sich daher vom Volke den Eidder Treue schwören (20) und bestrafte diejenigen hart, die ihn zu ver-weigern wagten. Nur den Essäern, welche die Eidesleistung überhauptals Mißbrauch des heiligen Gottesnamens scheuten, erließ er sie"); erhatte von ihrer friedfertigen, beschaulichen Lebensweise nichts zu fürchten;solche Untertanen wünschte er sich, die jede Unbill duldend Hinnahmen.Von den Pharisäern haben ihn die Anhänger des friedfertigen Hillesund noch mehr die des strengen Schammai verweigert. Aber mitRücksicht auf den allgemein beliebten Hillel entband er sie davon. Sonstwurden die Eidesverweigerer selbst mit dem Tode bestraft ft.

Aber trotz aller dieser Vorsichtsmaßregeln traute er dem Volkenicht und besoldete daher ein Heer von Spionen, die sich unter dieVolksgruppen mischen und auf ihre Reden lauschen sollten. Er selbstpflegte verkleidet sich in Volksversammlungen einzuschleichen, und wehedem, der sich eine Äußerung der Unzufriedenheit entschlüpfen ließ; erwurde sofort sestgenommen, in die Festung Hyrkauion gebracht undheimlich aus dem Wege geräumt ft. Volksgunst ist aber so süß, daßsie auch der Tyrann nicht entbehren mag, und Herodes lag um somehr daran, als er gern in den Augen der Römer als ein volks-beliebter Fürst erscheinen mochte, zumal in Augustus' Augen, mitwelchem er in Syrien zusammen kam (20), und der ihm damalsGebiete jenseits des Jordans schenkte"). Um sich beim Volke beliebt zu

ft Josephus Altert. XV, 9, 3, s. Note 19.

ft S Note 12. ft Jos. Altert. XV, 10, 4.

ft Vergl. Note 24. ft Jos. XV, 10, 4.