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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Herodes' Mißregierung.

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mit 100 Familiengliedern und 500 Mann berittener und bewaffneterGefolgschaft über den Euphrat eingewandert war und von Augnstus'Statthalter über Syrien die Erlaubnis erhalten hatte, sich nördlichvom See Merom bei Ulatha anznsiedeln, bewog Herodes in Batanäamit den Seinigen Wohnsitz zu nehmen, um die Trachoniter im Zaumezu halten. Zamaris' kühne Streiter waren diesen gewachsen und legtenin dieser Gegend Burgen und eine Stadt Bathyra an. Sie dientenauch zur Bedeckung der Tcmpelspenden, welche von Babylonien nachJerusalem alljährlich abgeführt wurden Z. Wie Herodes' Dichten undTrachten mir dahin gerichtet war, den Fremden zu gefallen, die Gunstder Römer zu gewinnen und sich bei den Griechen beliebt zu machen,so umgab er sich im Innersten seiner Hofhaltung nur mit Fremden,besonders Griechen. Nikolaus von Damaskus, ein zu seinerZeit berühmter philosophisch gebildeter Redner und Geschichtsschreiber,war sein zweites Ich, der ihn öfter vertrat und ihn nötigenfalls beiOctavian Caesar verteidigte. Dessen Bruder Ptolemäus war seinRatgeber und Verwalter des Reiches. Ein Grieche Andromachosund ein Römer Gcmellns waren die Erzieher seiner Söhne vonMariamne, zu denen diese mehr Vertrauen hatten, als zu ihrem Vaters.

Mochte Herodes sich auch der Bewunderung und Zuneigung derGriechen, Römer und der auswärtigen Judäer, denen sein Ansehenbei dem Machthaber von Nutzen war, erfreuen, das Volk von Judäaempfand nichts als Abscheu gegen den anmaßenden Emporkömmling,der sie der Sitte der Väter zu entfremden trachtete. Hatte er sich auchwährend.einer gewaltigen Hungersnot (24), die senchenartige Krank-heiten erzeugt hatte, als freigebigen Wohltäter gezeigt, so machte erdurch sein ganzes Benehmen diese Wohltaten bald wieder vergessen,und die Nation sah in ihm nur den Thronräuber, den Mörder derHasmonäer, den Würger aller Besseren, den Unterdrücker der Freiheit.Die drei Würden, Königtum, Priestertum und Synhedrion hatte ereine nach der andern geschändet. Die erste hatte er sich selbst ange-maßt, die zweite, bis zu seiner Zeit mit geringen Ausnahmen erblich,verlieh er nach Gutdünken und Vorteil; die Macht des Synhedrionbeschränkte er so sehr, daß er demselben nur wenig Spielraum ließ.

Z Das. XVII, 2, 12. Die Zeit ist bestimmt unter Saturninus'Statt-halterschaft 5 6 ants.

2) Über Nikolaos von Damaskus, Müller, VraZ-meuta bistorioorum 6ras-oorum III, 343 fg. Vsäsr, Ilxeei'iita s, Uolg'bio . . . at-gus Xieolao Ds-mas-esno, x. 61180. Nikolaus war keineswegs Jude. sVgl. Schürer I 50 ff.j Über seinen Bruder Ptolemäus, Jos. Altert. XVI, 7, 2; XVII, 9, 4.Über die Letztgenannten das. XVI, 8, 3.