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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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220 Geschichte der Juden.

schönert, aber doch nur wie man ein Opfer bekränzt, das man demTode geweiht hat.

Seiner Prachtliebe war mit all diesen Bauten Genüge geschehen,aber nicht seiner Ruhmsucht. Ans die Zuneigung der eigenen Nationverzichtend, wollte Herodes die Bewunderung fremder Nationen anssich ziehen und seinen Namen unter ihnen volkstümlich machen. Ererschöpfte die Steuerkraft des judäischen Volkes, häufte Erpressungen,suchte nach Schätzen in den alten Königsgräbern, verkaufte die desDiebstahls Angeklagten als Sklaven ins Ausland und verschwendetealle diese Einnahmen, um syrische, kleiuasiatische und griechische Städtezu schmücken. Man hat keine Vorstellung von den überschwenglichenSummen, die Herodes auf diese Weise dem Lande entzogen hat. Erließ Gymnasien bauen in Tripolis und Damaskus, Wälle umByblos, Theater, öffentliche Plätze und Tempel in Sidon, Wasser-leitungen in Laodicea, Bäder und Säulengänge in Askalon. Erließ die Straßen Antiochiens mit Marmor pflastern und mit Galerienumgeben, ließ den Apollotempel und die Flotte der Rho di er und dieverfallenen Säulengänge der Chi er wiederherstellen, unterstützte dieLydier, Samier, Ionier, ja selbst die.Spartaner und Athener;er bestritt die städtischen Kosten der zum Andenken des Sieges überAntonius bei Aktium nenerbauten Stadt Nikopolis. Er setzte Preisefür die in Verfall geratenen olympischen Spiele aus^), um deren er-loschenen Glanz wieder aufzufrischen. Dafür haben ihn auch die leicht-sinnigen Syrer und Griechen bis in den Himmel erhoben. Augustuswar zufrieden mit ihm und äußerte sich:Herodes sei würdig, die

Krone von Syrien und Ägypten zu tragen!" -). Einen handgreiflichenNutzen erlangte er durch diese gesinnungslose Ergebenheit, indem Augustusihm die Landschaft Batanäa (Basau), das Hochland Auranitis(Hauran) und das vulkanisch zerrissene, wilde Trachonitis, nördlichvon Hauran, wahrscheinlich auch dazu Jturäa im Osten des Hermon-Libanon schenkte (2423), weil sie von Räuberbanden wimmelten undkein anderer als Herodes imstande war, dieselben zu bändigen. Eswar kein angenehmes Geschenk; denn er mußte viele Kämpfe mit denBewohnern, welche wie wilde Tiere hausten, bestehen und zuletzt3000 Jdumäer nach Trachonitis senden, um sie im Zaume zu Haltens.Auch später, nicht lange vor seinem Tode, mußte Herodes noch Vor-kehrungen treffen, um die räuberischen Einfälle der Trachoniter zu ver-hindern. Einen babylonisch-judäischen Häuptling, Za maris, welcher

0 Joseph. Altert, das. XVI 5, 3; jüd. Krieg I, 21, 11.

2) Joseph. Altert. XVI, 5, 1.

°) Das. XV, 10, 12. XVI, 9, 2.