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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Herodes Liebedienerei gegen Griechen und Römer. 219

einer der schönsten Städte und Hafenplätze umbauen und gab ihr denNamen Cäsarea (lvisrin). Einen Turm an der Mauer derselbennannte er »ach Augustus' Stiefsohn Drusus. Herodes scheute sichnicht, sogar einen römischen Tempel auf dem Boden des heiligenLandes zu errichten. Cäsarea wurde mit zwei Kolossen geschmückt, vondenen der eine das Bild Augustus' in den riesigen Berbältnissen desolympischen Jupiter und der andere das der Stadt Rom nach demVorbilde der argivischen Inno trug. Bei der prunkhaften Einweihungvon Cäsarea, dessen Erbauung nahe an zwölf Jahre dauerte (2112),glaubte man sich in eine heidnische Stadt versetzt, und mit Rechtnannten die Nationalen diese Stadt wegen ihres Namens, ihres Ur-sprunges und ihrer Bedeutung Kleinroni. Sie wurde später alsder Sitz der römischen Statthalterschaft die Nebenbuhlerin Jerusalemsund endlich ihre Siegerin. So oft Cäsarea jubelte, trauerte Jerusalem.Den Hafenplatz bei Cäsarea, der allmählich sich zu einer eigenen Stadterweiterte, nannte er SebastosZ. Die beiden Flügel seinesPalastes, den er sich aufs prachtvollste mit reichem Schmucke in derOberstadt auf dem ehemaligen Zion erbaute, führten die NamenCäs ars und AgriPpas. Dem letzteren zu Ehren, der die rechteHand des Augustus war, nannte er auch die neuerbaute SeestadtAnthedon Agrippias. Seines Vaters Namen zu verewigen, gabHerodes dem Flecken Kapharsaba den Namen Antipatris. DenNamen seiner Mutter Kypros gab er der neuerbauten Stadt beiJericho. Zum Andenken seines Bruders uannte er die Bauten imNordosten Jerichos Phasaelis und einen Turm der inneren Festungvon Jerusalem ebenfalls Phasael; sich selbst setzte er ein Monumentetwa zwei Meilen südwestlich von Jerusalem in der Festung Herodium,wo er über den ihn verfolgenden Volkshaufen nach seiner Flucht ob-gesiegt hatte"). Auf einer Anhöhe baute er einen Prachtpalast mithohen Türmen, in welchem für Bequemlichkeit und Luxus gesorgt war.Zweihundert Stufen von weißem Marmor führten vom Fuße hinauf,und eine Wasserleitung wurde mit vielen Kosten angelegt, um Hero-dium mit Wasser zu versehen. Herodes hatte allerdings Judäa ver-

i) Josephus Altert. XV, 9, 6; XVI, 5, 1; XVII, 5, I. (Vgl. Schürer

1°, 389; 11°, 27; 104 ff.)

°) Das. XV, 9, 4; XVI, 5, 2; j. Kr. I, 21, 410. Über Lerodion, dasin der Mischna n-nn rra genannt wird (korrumpiert iinn nw) vergl. Monatsschr.Jahrg. 1870, S. 227 fg. Der von den Christen Frankenberg, von denMohammedanern Ll Vnrsiäis (das Paradies) genannte Berg wird mit derHöhe, worauf Herodium erbaut war. identifiziert. Irrtümlich nimmt Schürer(L. B. 207 fg. (jetzt 1°, 390, Note 68)) zwei Festungen Herodium an. (Mirscheint doch Schürer Recht zu haben, vgl. Buhl, a. a. O., S. 1b7.j