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Geschichte der Juden-
brechen und Hinrichtungen. Um sich die Gunst des allmächtigen Augustuszu erhalten, führte er in Jerusalem die Feier der vierjährigen Aktiadenein (2. Sept. 28) zur Erinnerung au Augustus' Sieg über seinen Neben-buhler, baute ein Theater und eine Rennbahn, veranstaltete Kampfspielemit Athleten und wilden Tieren und erregte dadurch den Unwillen derNationalen, die in alledem mit Recht die Symptome erblickten, dasJudentum allmählich in den heidnisch-römischen Kultus umzuwandelu,und die besonders in den römischen Trophäen und Adlern, welche imTheater aufgestellt wurden, die Einführung des römischen Götterwesenssahen. Zehn todesverachtende Männer verschworen sich, Herodes in-mitten seiner Schaulust zu ermorden. Ihnen schloß sich ein Blinderan, der sei» Leben nicht besser verwerten zu können glaubte, als wenner es dem Morde des Tyrannen und des Sittenverderbers weihte.Die Verschwörung wurde verraten und die Verschworenen, welche sichihrer Unternehmung rühmten, unter Qualen hingerichtet; das Volk aberzerriß den Angeber in Stücke, die es den Hunden vorwarf'). Nochein anderes Ärgernis gab Herodes dem Volke, indem er die StadtSamaria, die von alters her in Judäa tief verhaßt war, nicht nur indem Umfange einer halben Meile neu gründete und mit den schönstenBauten zierte (25), sondern auch den Gedanken ahnen ließ, sie zurHauptstadt des Landes zu machen, wozu ihre Lage besonders geeignetwar. Dies hieß der Stadt Jerusalem eine Nebenbuhlerin erweckenund sie ihres Ansehens und ihrer Heiligkeit nach und nach berauben.Auch einen Tempel ließ er darin erbauen. Das neuerbaute Samarianannte Herodes zu Ehren Augustus': Sebaste^), so wie er früher zuEhren Antonius' die Burg Baris, die Waffenburg der Hasmonäeran der Nordwestseite des Tempels, Antonia genannt hatte ^). Judäawurde durch ihn mit Städten und Denkmälern überfüllt, welche dieNamen seiner römischen Gönner oder die seiner Familie erhielten.Stratonsthurm am Meere ließ er mit verschwenderischen Kosten zu
') Das. 8, !—4.
2) Jos. das. 8, 5. Die meisten Chronologen setzten die UmwandlungSamarias in Sebaste in das Jahr 25, nach Josephus Altert. XV, 8, 5; 9, 1im IS. Jahre Herodes'. Schürer (IR. 191, N. (jetzt I", 366, Note 8s) machtdagegen samarit. Münzen geltend, welche bis auf das Jahr 27 und 29 hinauf-sühren. Er muß aber selbst zugeben, daß die Benennung Sebaste erst erfolgenkonnte, als Octavian den Titel Sebastos (Augustus) angenommen hatte, unddieses geschah erst im Jan. 27 (vergl. Lliutou, lsasti bell., III, 27). Folglichbeweisen die Münzen nur, daß Samaria vom Jahre 29, als Augustus sie Herodesüberlassen hatte, ihre Selbständigkeit datierte. Ihre Neubegründung durchHerodes aber kann recht gut in das Jahr 25 gesetzt werden.
o) Vergl. o. S. 205.