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Geschichte der Juden.
ihm Gift zu geben, ein offenes Ohr zu leihen. Bei dem Verhöre, dasdarauf erfolgte, kam dann an den Tag, daß Mariamne um seinen ge-heimen Auftrag an Soem wußte, und dieser Verrat eines seiner ver-trautesten Diener erregte seine Eifersucht noch mehr und entfesselte einganzes Heer wilder Leidenschaften in seiner Brust. Soem wurde so-fort enthauptet. Erschüttert von diesen schmerzlichen Empfindungen,klagte er vor einem von ihm zusammenbernfenen Rate seine Frau desEhebruchs und des Vergiftnngsversuches gegen ihn an; die Richterglaubten ihm gefällig zu sein, wenn sie das Todesurteil so rasch wiemöglich fällten. Den Aufschub der Hinrichtung, welchen Herodes be-absichtigte, verhinderte Salome, die ihren Bruder zu überreden gewußt,daß das Volk zur Befreiung Mariamnes einen Aufstand machenwürde, wenn er sie der Sicherheit des Kerkers anvertranen sollte. Sowurde denn das schönste Weib Judäas, die Hasmonäerfürstin, derStolz des Volkes, in der Jugendblüte zum Richtplatze geführt. Siebetrat ihn in standhafter Fassung, ohne Schwäche und weibliche Furcht,ihrer Ahnen würdig (29*). Mariamne war das Wohl getroffene BildJudäas, das durch arglistige Ränke und Leidenschaften dem Henkerbeilüberliefert wurde.
Mariamnes Tod hatte aber die Rachegeister in Herodes Brustnicht gebändigt, sondern nur zu noch größerer Wut anfgestachelt. Erkonnte ihren Verlust nicht ertragen und verfiel deswegen in Rasereiund Krankheit. Er soll ihre Leiche in Honig haben einbalsamiereulassen 2 ), um sich bei deren Anblick einer Täuschung hinzugeben, riefstets ihren Namen unter Schluchzen und Seufzen, befahl seinen Dienern,von ihr, als wenn sie noch lebte, zu sprechen, und ließ, da bei ihmdie innere Aufregung nur durch Blutvergießen gestillt werden konnte,ihre Richter, die zu seinen vertrautesten Freunden gehörten, hin-richten. Die Gemütsbewegung warf ihn endlich aufs Krankenlager,und er lag in Samaria so schwer darnieder, daß die Ärzte für seinLeben fürchteten. Diese gute Gelegenheit wollte Alexandra benutzen,um sich in den Besitz Jerusalems zu setzen und ihren Todfeind zuentthronen. Sie versuchte den Hauptmann der Stadt und den Auf-seher des Tempels zu überreden, sie zu unterstützen. Die von Todes-furcht und Rachedurst Verblendete hatte vergessen, daß der eine, Achiab,Herodes' naher Verwandter war, der denn auch ihren wahnsinnigenVersuch sofort dem Könige angezeigt hat. Die Nähe der Gefahr weckte
Jos. Altert. XV, 7, 1—7, j. Kr. I, 22, 3—5.
2) Labs. Latra 3 b. Dieses wird 8anbsärin 66 d oiiAn genannt,
so die richtige im Aruch zuerst angeführte L.-A.