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Geschichte der Juden.
scheinen anfangs keinen Beifall gefunden zu haben. Ausdrücklich wirdberichtet, er habe sie bei der Verhandlung vor dem bathyrenischenSynhedrion in Anwendung gebracht*), dieses aber habe sie mißachtet;es mag entweder kein Verständnis dafür gehabt oder ihre Brauchbar-keit bestritten haben. Es war übrigens weder das erste noch das letzteMal, daß eine Wahrheit bei ihrem ersten Auftreten bei der Mittel-mäßigkeit keinen Anklang gefunden hat. Indessen hatte Hillel Ge-legenheit, die Deutungsregeln bei einer Frage öffentlich zu vertreten,auf deren Austrag die ganze Nation gespannt war, und diese Gelegen-heit brachte ihm die Würde des Synhedrialvorsitzes ein. Der Vor-abend des Festes, an welchem das Passah-Lamm geopfert werden sollte,war — damals ein höchst seltener Fall — auf einen Sabbat gefallen,und das bathyrenische Synhedrion wußte keine Auskunft darüber zugeben, ob das Passah am Sabbat geopfert werden dürfe oder nicht.Hillel, dessen Bedeutung wohl schon die Aufmerksamkeit der Einsichts-vollen erregt haben mochte, hatte sich in die Diskussion gemischt undbewiesen, daß, nach den Regeln der Gleichheit, der Schlußfolgerungund der Analogie, das Passah wie jedes Gesamtopfer den Sabbat ver-dränge. Die Debatte war, da die zur Begehung der Feier eingetroffeueMenge sich dafür interessierte, so hitzig, daß dabei ermutigende undtadelnde Äußerungen über Hillel laut wurden. Die einen riefen: „Vondem Babylonier haben wir die beste Auskunft zu erwarten"; anderesprachen ironisch: „Was haben wir Gutes von dem Babylonier zu er-warten!" 2 ). Da das Synhedrion nicht geneigt war, auf die Beweis-führung einzugehen, berief sich Hillel endlich auf eine aus dem Mundevon Schemaja und Abtalion vernommene Tradition, die seine Folgerungbestätigte. Hillels Name wurde seit diesem Tage so volkstümlich, daßdie bathyrenischen Synhedristen ihre Stellen niederlegten — man weißnicht, ob freiwillig oder vom Volke gezwungen — und Hillel dasPräsidium überließen (um 30^). Hillel, weit entfernt auf diese Rang-erhöhung stolz zu sein, äußerte seine Unzufriedenheit damit und schaltdie Synhedristen aus: „Was hat zu Wege gebracht, daß ich (unbe-deutender Babylonier) Synhedrialvorsitzender werden muß? EureTrägheit, den Belehrungen von Schemaja und Abtalion Aufmerksam-keit zu schenken"*). Herodes scheint dieser Wahl kein Hindernis ent-gegengesetzt zu haben, teils weil er, um seine Krone und seinen Kopfvor dem Zusammentreffen mit Octavian besorgt, die Nation nicht gegen
Z Dosekta Laubsärin e. 7.
^ 2 s gtzi-uz. I>ssg.oliim o. VI, x. 33 a; babli 68 a.
b) Das. vergl. Note 16.
Z Ussaekim das.