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Geschichte der Juden.
anfangs ungläubig, fand die Verleumdung bestätigt, als Mariamne ver-riet, daß sie um seinen geheimen Auftrag gewußt hatte. Sein Zornkannte keine Grenzen; er ließ Joseph enthaupten, Alexandra in Ge-wahrsam halten und hätte auch Mariamne jetzt schon dem Tode ge-weiht, wenn seine Liebe zu ihr nicht stärker als sein Zorn gewesenwäre*). Von dieser Zeit an (34) war der Same des Mißtrauensund des Hasses im engsten Kreise seiner Familie ausgestreut, und erwucherte fort, bis ein Familienglied nach dem andern dem gewaltsamenTode anheimgefallen war.
Äußerlich zwar blieb Herodes das Glück treu und half ihmüber die traurigsten Lagen hinweg. Ehe das sechste Jahr seinerThronbesteigung abgelaufen war, hatten sich drohende Gefahren überseinem Haupte zusammengezogen, die einen minder Starken nieder-geworfen hätten. Eine noch überlebende Schwester des letzten Has-monäerkönigs Antigonos hatte sich zur Rächerin ihres Bruders undihres Geschlechtes aufgeworfen, Truppen gesammelt und, man weißnicht auf welche Weise, die Festung Hyrkania in ihre Gewalt bekommen(um 32 2). Kaum hatte Herodes diese Frau besiegt, als ihm eineandere weit ernstere Gefahr drohte. Kleopatra, die, überhaupt eineJudenfeindin, zur Zeit einer Hungersnot den judäischen Armen nichtgleich den übrigen Einwohnern Alexandriens Getreide verabreichenwollte^) und gegen Herodes besonders eingenommen war, gab sich alleMühe, ihn mit ihrer Allmacht bei dem Wollüstling Antonius zu ver-derben. Wie Lysanias, Sohn jenes mit den Hasmonäern befreundetensyrischen Fürsten Ptolemäus, auf ihre Veranlassung enthauptet wordenwar^), so sollte es auch Herodes und dem Nabatäerkönig ergehen.Sie ermüdete daher nicht, Herodes durch Jntriguen zu schaden; sieverlockte ihn, als sie durch Judäa reiste, durch ihre Schönheit, etwaszu begehen, was Antonius' Zorn aufs höchste hätte reizen müssen;aber seine berechnende Überlegung widerstand der Verlockung. AusFurcht vor ihr und auch vor dem Volke, deren Haß auf seinen Sturzsann, sah er sich beizeiten nach einem Zufluchtsorte um, der seinLeben wenigstens lange zu schützen imstande sein sollte. Er machtedie steile Bergfeste Masada, die nur von zwei Seiten, vom totenMeer und der entgegengesetzten Seite, auf schmalen, steilen und ge-
*) Josephus Altert. XV, 3, g.
2) Josephus, j. Krieg I, 18, 1. Die Zeit i!t angedeutet durch I-türr-ixo,-
3) Josephus gegen Apion II, 5.
Josephus Altert. XV, 4, 1. Dio Cassius 49, 32 svgl. Schürer 1^, 362,Amu. 5 und 713 f.)