Neuntes Kapitel.
Antigonos und Herodes.
Antigonos' schwacher Charakter und Herodes' Energie. Dreijähriger Krieg umden Thron. Einnahme Jerusalems durch Herodes und Sosius. Herodeswird König, Proskriptionen und Konfiskationen. Gang der herodianischenPolitik. Die Erblichkeit des Hohenpriestertums aufgehoben. Tod desprinzlichen Hohenpriesters Aristobul. Palastintriguen. Krieg mit denNabatäern. Erdbeben; der letzte Hasmonäer wird getötet. Hillel wirdVorsitzender des Synhedrion, sein traditionelles System. Der EssäerMenahem und der strenge Pharisäer Schammal; die Hillel'sche und Scham-maltische Schule. Herodes' zuuehmendes Glück. Hinrichtung Mariamnens.Herodes' Prachtliebe und Baulust. Der Tempelbau. Herodes' häuslichesUnglück; er läßt seine Söhne Alexander und Aristobul hinrichten. Anti-pater und seine Jntriguen. Die Pharisäer unter Herodes. Die Zerstörerdes römischen Adlers. Das Buch Kohslet. Antipaters Hinrichtung undHerodes' Tod.
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Wie Judäa seine Größe und Unabhängigkeit weniger der Kriegs-überlegenheit der ersten Hasmonäer, als vielmehr ihrer Gewandtheit,die günstigen Umstände zu benutzen, verdankte, so erfuhr es Demütigungund Knechtung durch die Kurzsichtigkeit des letzten Hasmonäerkönigs,der die sich darbietenden Vorteile nicht wahrzunehmen verstanden hat.Die Zeitlage war für Antigonos höchst günstig zur Erwerbung einergewissen Machtstellung. Die römischen Machthaber waren gegenein-ander in Hader und Krieg entbrannt. Das Morgenland, von Okta-vian mit gleichgiltigen Angen betrachtet, war für Antonius, dem eszugefallen war, mehr eine liebgewonnene Stätte der Üppigkeit und deseitlen Glanzes, als ein Schauplatz widerhallenden Kriegsruhms. Dieweichen Arme der Kleopatra hatten ihm das rauhe Lager der Kriegs-göttin widerwärtig gemacht. Die Parther, nach deren Ländern RomsGier lüstern war, hatten sie tapfer abgewiesen. Hätte es also Anti-gonos verstanden, den gegen die idumäische Familie und die Römerentflammten Zorn des Volkes zu unterhalten, hätte er auch nur denUnternehmungsgeist seines Großvaters Alexander entwickelt, so würdendie Römer selbst, anstatt in ihm einen Feind zu erblicken, ihn gern