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Geschichte der Juden.
zum Freunde oder Bundesgenossen gemacht haben, um mit seiner Hilfe denParthern Verlegenheiten zu bereiten. Ihre Anhänglichkeit an Herodes,die lediglich auf Eigennutz beruhte, wäre kein Hindernis gewesen; siehätten ihn wieder in den Staub gedrückt, aus dem sie ihn erhobenhatten, wenn sie von Antigonos dieselben Dienste hätten erwartenkönnen. Antonius' Legat Ventidius, mit dem Kriege gegen dieParther beauftragt, war nur vor Jerusalem gerückt, um zu brand-schatzen, und ließ sich nicht auf Belagerungen ein. Leicht hätte er fürAntigonos gewonnen werden können, wie sein Unterfeldherr Silo, inJudäa zurückgelassen, in der Tat sich hatte gewinnen lassen. Schonhatten sich die Gebirgsbewohner von Galiläa für Antigonos ausge-sprochen und standen für seine Sache mit jener Ausdauer ein, diesolchen Stämmen eigen ist. Sepphoris in Galiläa war von Antigo-nos' Anhängern in einen Waffenplatz verwandelt worden*). Die krie-gerische Besatzung von Joppe hielt ebenfalls zu Antigonos. Außerdemhausten in den Höhlen von Arbela unermüdliche Freischärler, welche,wenn auch im offenen Kampfe unbrauchbar, doch dem Feiude im Rückengefährlich werden konnten. Antigonos aber hatte nichts von einemStaatsmanne und nichts von einem Feldherrn. Er verstand nicht ein-mal die kriegerischen Hilfsmittel, die ihm so reichlich zu Gebote standen,vorteilhaft und entscheidend zu verwenden; nicht einmal eine Verbindungzwischen den beiden Brennpunkten des Kriegsschauplatzes, dem gali-läischen Norden und dem judäischen Süden, zur gegenseitigen Hilfe-leistung war hergestellt worden. Seine ganze Tätigkeit zersplitterte sichan kleinlichen Zielen, seine vorherrschende Leidenschaft war Rachegefühlgegen Herodes und dessen Brüder, und sie lähmte seine Tatkraft an-statt sie zu steigern. Er wußte sich nicht zu jener wahrhaft königlichenHöhe zu erheben, von welcher herab er gegen die idumäischen Empor-kömmlinge mehr Verachtung als Haß hätte empfinden müssen. Währendseiner Regierung, die fast vier Jahre dauerte (40—37), unternahm ernichts Großes, Entscheidendes. Im ersten Jahre seiner Regierung(40—39) hatte er keinen andern Feind als Herodes' jüngeren BruderJoseph zu bekämpfen, der im ganzen nur achthundert Mann zur Ver-fügung hatte, die noch dazu in der Festung Masada eingeschlossenwaren. Er vermochte nicht einmal diese Festung einzunehmen, um da-mit seinem Gegner den letzten Stützpunkt zu entreißen.
Auch im Innern verstand es Antigonos nicht, die Männer vonEinfluß zu gewinnen, daß sie seine Sache zu der ihrigen machten, ummit ihm zu stehen und zu fallen. Selbst die Führer des Synhedriou,
*) Josephus Altert. XIV, 15, 4. Jüd. Kr. I, 16, 2.