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Geschichte der Juden.
des zum Feste versammelten Volkes oder von der Leibwache, mit dersich Malich umgeben hatte, befürchtete: er unternahm für den Augen-blick nichts Feindseliges ').
Alle Teile des römischen Reiches waren damals bei dem neuenBürgerkriege in großer Aufregung. Jedes Land und jeder Fürst oderTeilsürst gedachte von einer der gegeneinander erbitterten ParteienGewinn zu ziehen.
Gegen Cassius, den Beschützer der Söhne Antipaters, war dermit den Cäsarianern verbündete Dolabella in Syrien eingetroffen, vondem Hyrkan die Befreiung der kleinasiatischen Judäer vom Kriegsdiensteerlangt hatte (o. S. 182). Auf ihn hatte, wenn auch nicht der kurz-sichtige Fürst, so doch Malich gerechnet. Siegte er, so war Herodesals Cassius Parteigänger verloren. Nun hatte damals die berüchtigteBuhlerin Kleopatra von Ägypten für Dolabella Hilfstrnppen nachSyrien gesandt, die wahrscheinlich ihren Zug durch Judäa nehmensollten. Wie, wenn sich die Waffenfähigen in Judäa mit diesen ver-bänden? Allerdings von Hyrkan war nicht zu fürchten, daß er einensolchen Plan hätte fassen oder ausführen sollen. Aber Malich warwohl imstande, Judäa für die Cäsarianer aufzustacheln. Darum fürchteteihn nicht bloß Herodes, sondern auch der bis dahin siegreiche Führerder Republikaner, Cassius, der Dolabella in Laodicea belagerte. Beideverabredeten, diesen Patrioten und treuen Freund Hyrkans durch Gewaltoder List ums Leben zu bringen.
Bei einem Mahle in Tyrus, wohin Malich zur Befreiung seinesSohnes gekommen war, fielen einige römische Legionäre auf HerodesBefehl über Malich her und schlugen ihn nieder. Hyrkan, der bei derNachricht von Malichs Tod in Ohnmacht fiel, ließ sich von Herodesglauben machen, dieser Tod sei auf Cassius Befehl erfolgt. Und sofeigherzig war dieser unglückliche Fürst, daß er den Mann, den er imHerzen als einen treuen Freund beweinte, öffentlich als einen Vater-landsverräter brandmarkte, der den Tod verdient habe 2).
Der Riesenkampf im römischen Reiche um den Fortbestand derRepublik oder die Einführung der Monarchie brachte, wie gesagt, denJudäern Leid und Plage. In den Provinzen wechselten die Befehls-haber bald von der einen, bald von der anderen Partei, und sie alleerpreßten mit gleicher Härte Brandschatzung und Aushebung fürden Krieg.
Der Republikaner Brutus machte es in Kleinasien nicht glimpf-licher, als es der Cäsarianer Dolabella und als es Cassius in Judäa
Josephus Altert. XIV, II, 5.
-) Das. II, 6.