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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Ränke wider Ränke.

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Malich anzulehnen. Und doch wußte Hyrkau noch nichts von demteuflischen Anschläge, den die idumäischen Emporkömmlinge gerade injenem Augenblicke gegen ihn im Schilde führten. Aber Malich wußtees und gedachte dem zuvorznkommen. Es war nämlich zwischenCassius und Herodes heimlich der Plan verabredet worden, daß Hyrkanentthront und Herodes von den Römern als König von Judäa aner-kannt und von den Legionen gegen etwaigen Widerstand unterstütztwerden sollte. So geheim aber auch der Anschlag gehalten wordenwar, so hatte doch Malich Wind davon bekommen; allein er besaßkein Mittel ihm offen entgegenzutreten, und mußte ebenfalls zuheimlicher Verschwörung seine Zuflucht nehmen. Er ließ bei einemMahle, das Hyrkan seinen Getreuen gab, Gift in die für Antipaterbestimmte Schüssel werfen, woran dieser starb (März 43). Er lebtenämlich in dem Wahne, daß mit dem Tode des alten Ränkeschmiedesdie Wurzel des Übels abgeschnitten sein werde. Darin aber hatte ersich getäuscht. Herodes war seinem Vater nicht nur an Entschlossenheitund Frechheit, sondern auch an Verstellnngskunst überlegen. So sehrMalich sich auch vor Antipaters Söhnen, um sie sorglos zu machen,von dem Verdachte der Vergiftung zu reinigen Mühe gab, so vieleTränen des tiefsten Leides er auch über den Tod desWohltäters"der judäischen Nation heuchelte, und so sehr auch sie sich den Scheingaben, als glaubten sie seinen Worten, so lauerten sie doch auf dasLeben dessen, an dem sie den Tod ihres Vaters zu rächen und einHindernis für ihre ehrgeizigen Pläne zu beseitigen hatten.

Der heißblütige Herodes gedachte mit einem Schlage Malich undauch den Scheinkönig zu beseitigen. Gegen die Warnung seines älteren,besonneneren Bruders wollte er mit einer bewaffneten Schar in Jerusalemeindringcn und sich der Hauptstadt bemächtigen. Cassius hatte ihmnämlich eine bedeutende Macht anvcrtraut, angeworbenes Fußvolk undReiterei überlassen und selbst Kriegsschiffe zur Verfügung gestellt undihn zum Hauptman» über Cölesyricn ernannt. Einen Teil dieserKrieger führte er gegen Jerusalem. Ans Malichs Rat untersagte ihmaber Hyrkan den Einzug. Er tat dies jedoch nicht mit Herrenstrenge,sondern unter dem Vorwände, daß es wegen des bevorstehenden Passah-festes unstatthaft sei, heidnische Truppen in die heilige Stadt zu bringen,weil dadurch eine Verunreinigung des Opfers erfolgen und die Opfer-Handlung gestört werden könnte. Herodes kümmerte sich indessen wenigum diese Skrupel, drang in der Nacht in Jerusalem ein und gedachteseinen Plan auszuführen. Allein sei cs, daß er Widerstand von seiten

y Josephus Altert. XIV, II, g.