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Geschichte der Juden.
aber, der zu spät zur Einsicht gekommen war, wieviel Unheil die knechtischeNachgibigkeit gegen Rom über Judäa gebracht hatte, zögerte damit,teils um die ausgesogenen Bewohner zu schonen, teils um einen Wechselder Dinge abzuwarten; allein Cassius hatte Eile, jeder Augenblickkonnte ihm die Machtvollkommenheit entreißen, mit welcher er jetzt inSyrien über Menschen und Verhältnisse verfügte. Er ließ daher dieEinwohner von vier Städten des judäischen Südens, Gophna,Emmans, Lydda und Thamna fesseln und als Sklaven verkaufenund ihre Besitztümer konfiszieren. So wiederholten sich die traurigenSzenen ans der Zeit der schwachen israelitischen Könige. Freie SöhneJudas mußten Sklavendienste verrichten in Antiochien und in denphöniziscken Städten Tyrns, Sidon und AradusZ. Auch den saum-seligen Malich hätte er seinen Zorn empfinden lassen, wenn sich nichtHyrkan ins Mittel gelegt und ein Lösegeld für ihn aus seinem Privat-vermögen hergegeben hätte, weil Malich der einzige war, der es mitHyrkan treu meinte.
Milde und gut war dieser letzte der Hasmonäersürsten, und woer konnte, war er bestrebt, in den drangsalsvollen Zeiten seinen Glaubens-genossen Hilfe zu leisten und ihr Los zu mildern. In dem Bürger-kriege, der nach Cäsars Tode zwischen seinen Mördern und Anhängernansbrach, in den besonders die Provinzen Kleinasicns und Syrienhineingezogen wurden, betrieb Publius Dolabella die Sammlungeiner Truppenmacht in den kleinasiatischen Städten. Die Judäer indenselben sollten ebenfalls ansgehoben werden. Da schickte Hyrkaneinen Gesandten an ihn, Alexander, Sohn des Theodoros, — gewißnicht ohne bedeutende Geldsummen — mit dem Gesuche, die Judäervon dem Kriegsdienste zu befreien, da sie diesem nicht ohne Verletzungihrer Religion obliegen könnten. Und Dolabella bewilligte die Bitteund richtete an die kleinasiatischen Städte, wo Judäer angesiedelt waren,ein Rundschreiben, sie von dem blutigen Handwerk zu befreien (März 43)2).Ja, milde und edel war Hyrkan, leider aber nur zu schwach gegendiejenigen, die ihn umgarnte» und auch die geringe Macht, die er nochbesaß, seinen Händen entwinden wollten.
Aber endlich war auch den blöden Augen dieses unglücklichenSchattenkönigs offenkundig geworden, daß die Jdnmäer, unter demDeckmantel warmer Dienstbeflissenheit für ihn, in Wahrheit nur ihrereigenen Selbstsucht dienten. Er fing daher an mißtrauisch gegen siezu werden, und suchte sich, da er immer eine Stütze brauchte, an
') Josephus Altert. XIV, 1l, 2. Aus Antonius Dekreten das. 12, 3 bis 5ergibt sich, daß sie nach Antiochien und Phönizien verkauft wurden.
2) Note 9.