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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

der Alleinherrscher im Drange der Geschäfte, das zerrüttete römischeReich wieder einzurenken, seine Feinde allüberall niederzuwerfen unddie republikanische Verfassung sanft in die Monarchie überznleiten,dazu bewogen werden, sich auch noch mit den Judäern zu befassen?Dafür mußten Cäsars Freunde gewonnen werden. Antipater drängtedaher seinen Schützling Hyrkan, Geld, recht viel Geld für Rom flüssigzu machen. Die Geldgeschenke an Cäsars Freunde, welcbe HyrkansGesandte überbrachten, wurden jedoch in Antipaters Namen überreicht*).Diese sorgten nun für eine öffentliche Kundgebung zu gunsten derJudäer. Der römische Senat bestätigte selbstverständlich alles, wasihm vorgelegt und was Cäsar bereits bewilligt hatte: daß die JudäerFreunde und Bundesgenossen der Römer seien, daß Hyrkan ihm früherund besonders während seiner Verlegenheit wesentliche Dienste geleistethabe, daß ihm und seinen Nachkommen die Hohepriesterwürde ver-bleibe, und er zugleich als Ethnarch der Judäer auch außerhalb Judäasanerkannt werde, daß, wenn in irgend einer römischen Provinz denJudäern Unrecht getan würde, Hyrkan sie zu verteidigen berechtigt seiund über die Frage, was zu der ihnen bewilligten Religionsfreiheitgehöre, zu entscheiden habe, daß ferner er und seine Nachkommen undGesandten ehrenvoll in Rom ausgenommen werden und einen Ehren-platz bei den Gladiatoren- und Tierkämpfen einnehmen sollten, daßdie Judäa einverleibten Gebietsteile unangefochten bleiben sollten, daßdas Land von Kriegsaushebnng, Gelderpressung und Winterquartierenfür die römischen Feldherren verschont werde, daß alle diese Gerecht-same und Vergünstigungen, in eine Tafel eingegraben, in griechischerund lateinischer Schrift auf dem Kapitol und in den Tempel in Sidon,Tyrus und Askalon ausgestellt werden, und daß endlich den jndäischenGesandten in Rom Gastgeschenke gereicht werden sollten.

Der Senatsbeschluß zu gunsten der Juden wurde mit derselbenLeichtigkeit, da er auf Cäsars Wunsch erfolgte, vom Volke bestätigt.Aber alle diese Judäa und Hyrkan gewährten Gunstbezeigungen undGerechtsame gereichten lediglich Antipater zum Vorteil, und nur dieJudäer in den römischen Provinzen genossen von Cäsars Gnnstbe-zengn»gen den Vorteil.

Der Schöpfer des Cäsarentums war außerordentlich wohlwollendgegen die Judäer oder suchte sie für sich zu gewinnen, weil sie zuver-lässiger waren als die stets falschen und Windbeuteligen Griechen in dengriechisch redenden Provinzen. Den alexandrinischen Judäern bestätigteer für die ihm geleisteten Dienste die längst genossene Gleichstellung

-) Note 9.