Cäscirs Gunst gegen die Judäer.
175
überhaupt sehr viel zu Casars Siege bei (48 ^). Dafür wurde er auchvon dem allmächtigen Cäsar mit dem römischen Bürgerrecht, der Steuer-freiheit für seine Familie und dem Amte eines Laudesverwesers(«n-'rpoiro?, k7ri^s1?,r,,'?) belohnt; er konnte jetzt Hyrkaus Gunst entbehrenund alles Ernstes als dessen Gönner angesehen werden. Vergebenssuchte Aristobnls noch übrig gebliebener Sohn Antigonos eine Unter-redung mit Cäsar nach, worin er an die Treue seines Vaters undBruders für die cäsariauische Sache erinnerte, in deren Dienst beideihr Leben verloren haben, während Hyrkan und Antipater seinemFeinde Pompejus anhingen. Antipater zeigte dagegen Cäsar dieWunden, die er im gegenwärtigen Kampfe für ihn empfangen, und trugden Sieg davon 2). Der tiefe Menschenkenner Cäsar wußte nur zu gutAntipaters Dienstbeflissenheit und Energie zu schätzen, als daß er, derselbst die Legi-timität gebrochen, die Rechtsansprüche Antigonos' hätteunterstützen sollen. Ans Gefälligkeit für Antipater bestätigte Cäsar(47) Hyrkan als Hohenpriester und Ethnarchen; auch Judäa erhielteinige Erleichterung. Die Mauern Jerusalems durften wiederhergestelltwerden, die Gebiete, die früher zu Judäa gehört hatten, namentlicheinige Städte in der Ebene Jesreel und Lydda wurden wieder dazugeschlagen. Von Kriegslasten und namentlich von den beschwerlichenWinterquartieren für die römischen Legionen befreite Cäsar die Judäer;doch mußten die Grundbesitzer jedes zweite Jahr den vierten Teil derErnte für die Truppen nach Sidon abliefern. Nur im Erlaßjahr(kro? waren sie von dieser Natnraliensteuer befreit, weil
an demselben die Äcker nicht bestellt wurden. Indessen war das nichtdie einzige Abgabe vom Grundbesitze; der Zehnte der jährlichen Erntemußte an Hyrkan geleistet werden, ein Einkommen, das ihm Cäsar be-stätigte, und dem noch die Einkünfte von der Stadt Joppe zur Be-streitung der Hofhaltung hinzngefügt wurden.
Der kluge Antipater mochte aber seine erlangte Machtstellung nichtvon Cäsars Glück allein abhängig machen. Wie leicht konnte der ge-waltige Diktator, zu dessen Sturz die Republikaner und Pompejanermit dem Aufgebot aller Kräfte sich vereinigten, unterliegen oder nm-kommen. Der römische Senat und ein Volksbeschluß sollten die schein-bar dem Ethnarchen Hyrkan bewilligte, im Grunde aber ihm znfallendeMacht für ewige Zeiten bestätigen. Der Diktator kann verschwinden.Aber ein Senatsbeschlnß, noch dazu bestätigt durch einen Volksbeschluß,ist bleibend. Auf Cäsars günstige Stimmung und Leichtigkeit, einensolchen Beschluß zu veranlassen, konnte er rechnen. Wie aber konnte
r) Jos. Altert. 8, 1—2.
2) Das. 8, 3-1.