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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Gabiniopolis i). Diese Städte zeigten in der Folge einen unver-söhnlichen Geist gegen Judäa. Der gegängelte Schwächling Hyrkanbüßte seine, wenn auch beschränkte Machtbefugnis als Ethnarch ei»;er wurde bloß als Hoherpriester geduldet. Aber auch die Einheit,welche dieser und die Synhedrial-Körperschaft vertrat, sollte gebrochenwerden. Judäa sollte nicht mehr ein einheitliches Gemeinwesen fürVerwaltung und Gesetzgebung bilden; es wurde von Gabinius in fünfGebiete geteilt (57), von denen jedes einen eigenen Verwaltungsratfür innere Angelegenheiten haben sollte. Dieser Rat erhielt den TitelSynhedrion. Die Ratsversammlung hatte ihren Sitz in je einemVororte. Der Süden des Landes oder das engere Judäa wurde invier Distrikte geteilt mit vier Vororten- Jerusalem, Gazara,Emmaus und Jericho; Galiläa dagegen, das nicht so dicht vonJudäern bevölkert war, hatte nur einen einzigen Vorort, Sepphoris.An die Spitze der fünf Synhedrien wurden römischgesinnte Judäeraus der Aristokratie der Priester gesetzt^), in deren Interesse es lag,es mit Rom zu halten.

Obwohl der Zerstückelungsakt des Gabinius von richtigem Blickezeugt, indem der Römer erkannte, daß der Schwerpunkt der judäischenNation im hohen Rate lag, so täuschte er sich doch über die Wirksamkeitseiner Maßregel. Da diese Einrichtung aus dem innersten Leben derNation hervorgegangen und nicht etwas von außen Aufgezwungenes war,so war ihr zentralisierender Einfluß nicht so leicht zu brechen. Die Fünf-teilung Judäas war kaum Angeführt, als sie mit Gabinius' Entfernungaus dem Lande sogleich wieder verschwand, ohne auch nur eine Spurzurückzulassen. Der hohe Rat in Jerusalem blieb nach wie vor dasHerz des Volkes, nur war seine Macht durch die ungünstige Zeitlagegelähmt. Er scheint seit dieser Zeit die BenennungSynhedrion"(Synhedrin) und zum Unterschiede von den kleinen Gerichtshöfen dasgroße Synhedrion" angenommen zu Habens. Politische Macht

*) Josephus Altert. XIV, ö, 13. Ekhel, Ooetriua nnmmorum III,315 ff. (Die Sachlage war doch anders, vergl. Schürer 11^, 133. 151.j

2) Jos. das. 5, 4 und Parall. j. Kr. Statt Gadara im Texte gibt MenkesBibelatlas richtig Gazara (-»->) an, da das erstere von Pompejus dem Gada-renser Demetrios zugeteilt worden war, also nicht mehr zu Judäa gehörte.Aber auch die L.-A. Amathus kann nicht richtig sein, da diese Stadt erst vonAlexander Jannai erobert worden war, also keine oder nur eine geringe judäischeBevölkerung hatte, und sich nicht zum Sitze eines judäischen Synhedrioneignen konnte. Ich lese daher statt sAmathus war jedoch

(Altert. XIII, 13, 3) roll- önra rör üarmxy/it'roiv",

wie Schürer 1°, 279 mit Recht geltend macht.s

A So wohl richtig Wieseler, Beiträge zur richtigen Würdigung der Evan-gelien, S. 224.