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Geschichte der Juden.
Eindruck diese Rede gemacht, und wie das Urteil gegen Flaccus aus-gefallen ist, ist nicht bekannt. Ein Jahr später wurde Cicero mit derVerbannung bestraft und durfte sich im Umkreise von achtzig Meilenvon Rom nicht blicken lassen; sein Haus und seine Villen wurden demErdboden gleich gemacht.
Für das zerstückelte Judäa war die Knechtung nach Pompejus'Entfernung noch drückender, weil es in dem Mittelzustande zwischeneiner eroberten Provinz und einem selbständigen Lande gelassen war.Wäre es in eine römische Provinz verwandelt worden, so hätte eswenigstens die Vorteile einer solchen genießen können. Aber die Halb-heit und Unbestimmtheit seines Verhältnisses zu Rom machten es vonder Laune und Willkür der römischen Beamten abhängig, weil mansich im Senate wenig um Judäa kümmerte. Das willkürliche Ver-fahren der syrischen Prokonsuln, die sich fortwährend Eingriffe erlaubten,fand in Rom keinen Ankläger. Der mächtige Minister Hyrkaus trugdazu bei, diesen Umstand dauernd und drückend zu machen. Er unter-hielt mit den größten Opfern die Verbindung mit Rom, um an ihmeine Stütze gegen seine Unbeliebtheit im Volke zu haben, das ihn alsFreiheitsmörder haßte. Mit dem Schweiße Judäas unterstützte Anti-pater den römischen Feldherrn Scaurus, der von Judäa aus gegenden Nabatäerkönig Aretas einen Feldzug eröffnet hatte. Aristobulsältester Sohn Alexander II., welcher der Gefangenschaft entronnen undin Judäa angekommen war, zog die Patrioten an sich, bewaffnete10000 Fußgänger und 1500 Reiter und führte sie gegen Jerusalem.Hyrkan, oder richtiger sein Herr Antipater, konnte sich nicht gegen ihnhalten und verließ die Hauptstadt, welche Alexander befestigen ließ.Um sich zu sichern, befestigte er auch die Hauptkastelle Alexandrion,Hyrkania diesseits und Machärus jenseits des Jordans (um 59— 58^).Der damalige prokonsularische Statthalter von Syrien LentulusMarcellinus hatte gegen den ebenso listigen wie kriegerischen AretasPhilhellen Kämpfe zu bestehen und mußte die Dinge in Judäa gehenlassen, war vielleicht auch von Alexander durch Geld bewogen, ihn ge-währen zu lassen. Für Geld begünstigten die römischen Machthaberdamals bald die eine, bald die andere Partei. Alexander fühlte sich so
u Jos. Altert. XIV, 5, 2; j. Kr. I, 8, 2. Die Vorgänge, welche indiesem Kapitel erzählt werden, die Flucht Hyrkans aus Jerusalem, AlexandersUnternehmen, Jerusalem zu befestigen, die Befestigung der Kastelle undAlexanders Niederlage können unmöglich im 1. Jahr von Gabinius syrischemProkonsulat 57 vorgeaangen sein, sondern müssen zum Teil unter das seinesVorgängers Lentulus Marcellinus fallen, der nach Vppiuu äs robb. 8z'r. 51,gegen die Nabatäer kämpfte.