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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Cicero gegen die Jndäer.

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Molo Judenhaß gelernt hatte, als er einst gegen die Jndäer sprechenwollte, sich scheute, seine judenfeindlichen Gesinnungen laut werde» zulassen, um sich die Jndäer nicht ans den Hals zu hetzen. Er hattenämlich die ungerechte Sache eines Prätors Flaccns zu verteidigen,der vielfacher Erpressungen angeklagt war, die er während der Ver-waltung seiner kleinasiatischen Provinz sich hatte zuschulden kommenlassen. Unter anderem hatte Flaccns die Tempelspenden (aurum llu-ckssorum) der kleinasiatisch - judäischen Gemeinden an 200 PfundGold (ungefähr 155000 ^) einziehen lassen, welche in den StädtenApamea, Laodicea, Adramyttium und Pergamum eingesammeltwaren (62). Er hatte sich dabei ans einen Senatsbeschluß berufen,welcher die Ausfuhr des Geldes aus den römischen Provinzen verbot,und Judäa genoß, obwohl unterjocht, noch nicht die Ehre unter dieProvinzen ausgenommen zu sein. Die römischen Jndäer waren beider Verhandlung des Prozesses gegen Flaccns (59) aufs innigste be-teiligt und hatten sich unter das Publikum gemischt. Der feige Cicerofürchtete sich daher so sehr vor ihnen, daß er gern mit gedämpfterStimme gesprochen hätte, um bloß von den Richtern und nicht von denJudäern gehört zu werden. In seiner Schutzrede bediente er sich einerkleinlichen Sophistik, welche vielleicht ans Stockrömer, aber gewiß nichtauf einsichtsvolle Männer Eindruck gemacht hat. Unter andern« äußerteer sich:Es gehört ein hoher Ernst dazu, dem barbarische» Aber-glauben der Jndäer entgegeuzutreten, und es zeugt von hohem Charakter,im Interesse des römischen Staats den in Volksversammlungen rührigenJudäern Verachtung zu zeigen. Wenn Pompejus keinen Gebrauch vonseinem Siegesrecht gemacht hat und den judäischen Tempelschatz unbe-rührt ließ, so tat er es gewiß nicht sowohl aus Verehrung der judäischenHeiligtümer, als vielmehr ans Klugheit, um der argwöhnischen undverleumderischen judäischen Nation keine Gelegenheit zu Anklagen zugebe»; sonst würde er wohl schwerlich fremde und noch dazu ju-däische Heiligtümer verschont haben. Als noch Jerusalem unbesiegtwar, und die Jndäer in Frieden lebten, zeigten sie eine tiefe Ab-neigung gegen den Glanz des römischen Reiches, gegen die Würde desrömischen Namens, gegen die Gesetze unserer Vorfahren, und in demletzten Kriege hat die judäiscke Nation erst recht bewiesen, von welcherfeindlichen Gesinnung sie in bezug ans uns beseelt ist. Wie wenig be-liebt diese Nation bei den unsterblichen Göttern ist, hat sich dadurchgezeigt, daß ihr Land erobert und verpachtet worden ist" *). Welchen

i) Oieero pro Illavoo 28. Der unverständliche Schlußsatz in dieser Rede:quoä servats. soll eine Interpolation eines jüdischen oder christlichen Apologetensein <Bernaps, im rheinischen Museum, Jahrg. XII, S. 46t).