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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Ohne Zweifel lebten schon vor Pompejus' Einmischung Judäer inRom und andern italienischen Städte»; sie mögen wohl von Ägyptenund Kleinasien aus, infolge der Handelsbeziehungen, dahin eingewandertsein und sich angesiedelt haben. Die ersten römischen Judäer warenwohl nicht Gefangene, sondern Geschäftsleute, die mit den römischenGroßen durch Getreidelieferung von Ägypten und Steuerpacht mitKleinasien in Verbindung standen. Aber diese Einwanderer hattenschwerlich eine regelmäßige Gemeindeverfassung, da ihnen wohl vor allemGesetzeslehrer fehlten. Unter den Gefangenen aber, die durch Pompejusnach Rom geschleppt wurden, befanden sich sicherlich gesetzeskundigeMänner, die von den reicheren Stammesgenossen losgekauft und bewogenwurden, sich da bleibend niederzulassen. Die von den Gefangenen ab-stammenden Geschlechter behielten auch in der Folge, nach römischemGesetze, den Namen Freigelassene (lübsrtim Z. Das Quartier derJudäer in Rom lag auf dem rechten Tiberufer, am Abhange des BergesVatikan, entweder weil dieses Quartier den Ausländern zugewiesenwar, oder weil sich die ersten judäischen Einwanderer in Nom einengünstigen Platz für Schiffsladungen ausgesucht halten. Eine Brückeüber den Tiber zum Vatikan führte noch lange Zeit später den NamenJudäerbrücke" (pons ckudasorum 2). Einer der in Rom angesiedeltenJudäer, Theodos, führte in der römischen Gemeinde den Brauch ein,anstatt des Passah-Lammes, das außerhalb Jerusalems nicht genossenwerden durfte, und das die Verbannten als liebgewonnene Gewohn-heit nicht missen mochten, einen Ersatz desselben zu genießen. Darüberwar man in Jerusalem unzufrieden, weil es den Schein hatte, alswenn sie im Auslande Opferähnliches genössen. Es erging ein rügendesSchreiben von Jerusalem an Theodos des Inhalts:Wärst du nichtTheodos, so würden wir dich in den Bann legen"

Die römischen Judäer blieben nicht ganz ohne Einfluß auf denGang der politischen Verhältnisse Roms. Da sie, sowohl die früherAnsässigen als auch die losgekauften Gefangenen, Stimmrecht in denVolksversammlungen hatten, so gaben sie durch ihre Eintracht unter-einander, nach einem verabredeten Plan zu handeln, durch ihre Rührig-keit, ihre nüchterne, leidenschaftslose Auffassung der Verhältnisse, viel-leicht auch durch ihren Hellen Geist wohl manchmal den Ausschlag beiBolksbeschlüssen. So bedeutend war ihr stiller Einfluß, daß der ebensoengherzige wie beredte Cicero, der von seinem Lehrer Apollonius

1) Philo, Gesandtschaft an Casus 23, N II, 568. Taciius Annalen 2, 85.Apostelgeschichte 6, 9.

2) Philo, das. Basnage, Riotoirs clk8 jnika 1?. IV, x. 1047 ff. sW. Freund

ins Frankels Monatsschrift, Jahrg. III, S. 438. ^ pg^r-biin 53 a.