Jerusalem von Pompejus belagert.
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ließen stets am Sabbat die Waffen ruhen, nm nur an der Erschütterungder Mauer zu arbeiten. An einem Sabbat (im Monat Sirvnn, Juni 63 stwurde ein Turm des Tempels zu Falle gebracht und eine Brescheeröffnet, von wo aus die kühnsten Römer sich einen Weg zum Tempelbahnten. Mordend drangen die Legionen und Bundestruppen in denVorhof und streckten die Priester neben den Opfertieren nieder. DieAhroniden ließen sich nämlich nicht einen Augenblick in ihren heiligenÜbungen stören, sondern sahen ruhig dem Tode entgegen. Vielestürzten sich von den Zinnen in die Abgründe, andere zündeten sichselbst Scheiterhaufen an. Im ganzen kamen an diesem Tage 12000Judäer um. Pompejus drang bei dieser Gelegenheit in das Inneredes Tempels ein, um seine Neugierde über die Beschaffenheit desjudäischen Kultus zu befriedigen, über welchen unter den Heiden diewidersprechendsten Gerüchte in Umlauf waren. Der römische Siegerwar nicht wenig erstaunt, keinen Eselskopf in dem judäischen Heilig-tums, ja gar kein Bild von der Gottheit darin zu erblicken st. Dieser
st Josephus Altert. XIV, 1, 2—3. Das rr-gl rg/ru» ist offenbar echtund aus jndäischer Quelle geschöpft, demnach kann das nicht auf
den Vcrsöhnungstag, sondern fmußs auf einen einfachen Sabbat bezogen werden.Josephus (XVI, 2, 40) hat das letztere Wort von Strabo oder Nicolaos, seinenQuellen, beibehalten, die den Sabbat für ein.jejuninm hielten, weil an dem-selben keine warmen Speisen vorkamen. Richtig setzt daher Oio Oassius dieEinnahme Jerusalems an einem Sabbate an (-'-- rV r„>7 /Lioui-nv 37, 16).
Allerdings berichtet Joseph, selbst (jüd. Krieg I, 7, 4; V, 9, 4), daß Jerusalemim 3. Monate der Belagerung eingenommen wurde: ^,4 7r-,Irou-
--lns". Aber da er in den Altert, diese Beifügung nn/»,§>»»-,' nicht hat, sowollte er offenbar „den dritten Monat" des Jahres bezeichnen und auchhier, wie öfter, seine früheren Angaben selbst berichtigen. Die Belagerungbraucht nicht drei Monate gedauert zu haben, denn auch in einer kürzeren Zeitkonnten die vervollkommneten römischen Belagerungsmaschinen einen Turmder nördlichen Tempelseite erschüttern und eine Bresche machen. Es ist auchnicht denkbar, daß vom Zuge Pompejus im Beginns des Frühlings bis zurEinnahme, etwa im September, sich 7 Monate hingezogen haben sollten. Da-mit sind'die Einwürfe erledigt, welche Schürer (S. 137, N-> gegen „den drittenMonat" vorgebracht hat. Schürer selbst setzt die Einnahme Jerusalems unterHerodes in den dritten Monat des jüd. Jahres, im Juli (S. 187, N), nach Herz-seld an. Nun gibt Josephus selbst an, daß beide Eroberungen an einem und dem-selben Tage stattgefunden haben (Altertum XIV, 16, 4): 4,'u/reg . . //o,--
. . rß Vtg». Die Eroberung unter Herodes kann aber nicht amFeste des Fasttages, des Versöhnungstages, stattgefunden haben, also auchnicht die erste unter Pompejus. Bei beiden kann also rni ^-,,4 nur be-
deuten, im dritten Monate des Jahres, von Xissan an gezählt. (Nichtsdesto-weniger scheinen Schürers (Ist S. 298, Anm. 23) Argumente für die Eroberungdes Tempels im Spätherbst durchschlagend zu sein.)
st Daoitus Iiistoi'ias V, 9.
Graetz, Geschichte der Juden. III.
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