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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Der Bruderkrieg.

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Beide schickten Gesandte an ihn ab, und da sie wußten, daß die Römersür den Glanz des Goldes nicht unempfindlich waren, so sahen sie sichbeide vor, nicht mit leeren Händen vor Scaurus zu erscheinen. Ari-stobuls Geschenke überwogen; er hatte vierhundert Talente (an2 000000 gebracht, während Hyrkan, oder vielmehr Antipater,nur Versprechungen gemacht hatte. Das römische Interesse war auchdiesmal nicht im Widerspruch mit Scaurus Habgier. Es verlangte,daß der Nabatäerkönig, welcher über eine bedeutende Macht und Länder-strecke verfügte, durch die Einmischung in den judäischen Bürgerkriegnicht noch mächtiger werde. So ließ denn Scaurus ein Machtgebotan Aretas ergehen, die Belagerung Jerusalems sofort aufzuheben, undbedrohte ihn im Weigerungsfälle mit Roms Zorne. Unterwürfig ge-horchte Aretas, führte sein Heer in sein Land zurück, das von Aristo-buls aus der Belagerung befreiter Schar verfolgt und bei einem OrteKapyron (?) aufs Haupt geschlagen wurde. Aretas verlor dabeisechs Tausend Mann und Antipater seinen Bruder Phallion (65)^).Aristobul konnte sich für den Augenblick der Täuschung überlassen, ersei wirklich der siegreiche König von Judäa. Der Gang der römischenPolitik und die langsam bedächtigen Taten des Feldherrn Pompejusgegen Mithridates nährten in ihm den Wahn, daß sein Königtum überJudäa für die Dauer gesichert sei. Kriegslustig wie sein Vater, machteer Einfälle in benachbarte Gebiete und unterhielt Kaperschiffe, um auchzu Wasser Beute zu machen^). Zwei Jahre blieb Aristobul in dieserSelbsttäuschung (6563) und mag auch in dieser Zeit, um seineSelbständigkeit zu beurkunden, Münzen geschlagen haben.

Allein Autipaters erfinderischer Geist wußte ihn bald aus diesereingebildeten Sicherheit aufzuschrecken. Wenn es auf Bestechung unddiplomatische Künste ankam, war er Aristobul bei weitem überlegen.Er hatte bereits Scaurus dafür gewonnen, sich für Hyrkan zu erklärenund ihm bei Pompejus, der jetzt in Syrien Lorbeeren sammelte, dasWort zu reden. Diesem war der Bruderstreit ein willkommenerAnlaß, ein unterjochtes Volk mehr in die Liste seiner Eroberungen ein-zutrageu und damit in Rom zu triumphieren. Wiewohl Aristobul ihmein ebenso reiches, als wegen seiner Kunst wertvolles und berühmtesGeschenk gemacht hatte, das auch angenommen wurde, war die Streit-sache damit noch lange nicht beigelegt. Dieses Geschenk bestand ineinem goldenen Weinstocke mit goldenen Reben und Blättern, von

Das. Altert. XIV, 2, 3. Statt oder hat Epi-

phanius die L.-A. das doch eher semitisch klingt.

2) Folgt aus Joseph, das. 3, 2 T-k . . . rraj 1 -«