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Geschichte der Juden.
Gegend lebte. Aus diesem Verstecke zogen ihn die Soldaten vonHyrkans Lager und drängten ihn, in dem Wahne, daß der Himmelseinen Wunsch diesmal, ebenso wie früher sein Gebet um Regen, er-hören werde, einen Fluch gegen Aristobul und seinen Anhang auszu-sprechen. Aber anstatt zu fluchen, sprach der Fromme mit der Kraftsittlicher Hoheit: „Herr der Welt, da die Belagerer sowohl wie dieBelagerten zu deinem Volke gehören, so flehe ich dich an, daß du dieVerwünschungen, die sie gegeneinander aussprechen, nicht erhörenmögest." Die rohen Soldaten, unempfindlich für eine solche Größe,erschlugen ihn wie einen Verbrecher *). Auf diese Weise glaubten siedas Gewissen des Judentums, das laut gegen diesen wahnwitzigenBruderzwist sprach, zum Schweigen zu bringen. Allein so sehr auchdie Großen sich gegen die Stimme des Gewissens abstumpften, dasVolk fühlte sich von diesem Treiben tief verletzt und hielt das Erdbeben,das in dieser Zeit Palästina wie einen Teil von Asien erschütterte,und den Orkans, welcher die Halme auf dem Felde knickte, für Zeichendes göttlichen Zornes wegen der Verhöhnung des Heiligen und derNiedermetzelung der Gerechten.
Doch ein furchtbareres Unglück als Erdbeben und Orkan zog wieeine unheilverkündende Wolke über Judäa heran. „Das Tier miteisernen Zähnen, ehernen Klauen und steinernem Herzen, das vielesverzehren und den Rest mit Füßen treten" sollte, fiel in JudäasMarken ein, um sein Blut zu trinken, sein Fleisch abzunagen und seinMark auszusaugen. Die Stunde hatte geschlagen, wo der römischeAdler mit schnellem Fluge sich auf Israels Erbe stürzen, die aus vielenWunden blutende judäische Nation umkreisen und ihr neue Wundenbeibringen sollte, bis er sie zur kalien Leiche gemacht. Wie das un-erbittliche Fatum waltete Rom damals über die Schicksale der vorder-asiatischen Völker, plündernd, zerteilend, vernichtend; Judäa war das-selbe Los zugedacht. Mit erstaunlicher Spürkraft witterte der Raub-vogel von der Ferne seinen Fraß und eilte herbei, den Lebensfunkenauszublasen. Er erschien zum ersten Male in der Gestalt desScaurus, eines Legaten des Pompejus, der nach Asien ausgezogenwar, um sich für seine Unbedeutendheit in der Heimat in der Fremdeein hohes und weites Piedestal zu schaffen. Scaurus suchte für sichund seinen Herrn in Syrien die Gelegenheit zu Reichtümeru undEhren. Da er aber dieses Land von anderen Blutsaugern besetzt fand,wendete er sich nach Judäa, und ihn begrüßten die streitenden Brüderals einen Heilsboten, der sie aus der Verlegenheit befreien sollte.
U Josephus Altert. XIV, 2, 1.
y S. Note 15.