Der Bruderkrieg.
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(später Liviasj, Zoar, Horonaim und Marissa*). Aretas zog alsonach Judäa mit einem bedeutenden Heere von 50000 Mann zumSchutze Hyrkans, und dessen Anhänger schlossen sich dem fremden Heerean. Es kam zu einer Schlacht, in welcher Aristobnl den Kürzerenzog und sich nach Jerusalem retten mußte (66 2 ). Die Ruhe, welcheJudäa nahe an drei Jahre genossen hatte, war durch Antipatersränkevollen Ehrgeiz und Hyrkans maßlose Unklngheit auf längereZeit dahin.
Aretas schritt zur Belagerung Jerusalems im Beginne des Früh-jahres. Um dem traurigen Anblicke zu entgehen, flohen viele ange-sehene Jerusalemer, vermutlich auch Häupter der Pharisäer, aus derStadt. Die meisten von ihnen begaben sich nach Ägyptens, um, wiees scheint, in dem Oniastempel das Passahfest zu feiern. Die Be-lagerung zog sich mehrere Monate hin, die festen Mauern Jerusalemsersetzten die geringe Zahl der Aristobulischen Kämpfer. Aber es tratMangel an Lebensmitteln ein und, was für die Frommen noch schreck-licher war, an Opfertieren für den Altar, namentlich für das bevor-stehende Passahfest.
Aristobnl wendete sich daher an die frommen Gefühle der jndäischenBelagerer, um sie zu bestimmen, für Bezahlung Opfertiere zu liefern.Hyrkan oder vielmehr Antipater, der die Seele des hyrkanischen Lagerswar, scheint anfangs nichts gegen die Opferlieferung gehabt zu haben,namentlich da die Belagerten anboten, das Stück sogar — wohl über-trieben — mit 1000 Drachmen zu bezahlen. An jedem Tage wurdendaher Körbe an einem Seile von der Mauer mit dem Gelde hernnter-gelassen und Lämmer dafür heraufgezogen. Da aber die Belagerungsich in die Länge zog und das Ende derselben nicht abzusehen war,so gab ein schlauer Ratgeber — man kann Antipater dahinter ver-muten — den Rat, sich des Opfermangels in der Stadt zu bedienen,um die Übergabe derselben zu erzwingen. Infolgedessen sollen dieHyrkanisten eines Tages anstatt der verlangten Lämmer ein Schweinzum Hinaufziehen in den Korb gelegt Habens. Dieser Hohn gegendas Heiligtum erfüllte die Gemüter mit Entrüstung und machte einenso tiefergreifenden Eindruck, daß der hohe Rat später die Schweine-zucht ganz verboten hat. Noch einer anderen Rohheit machten sicheinige Hyrkanisten zur selben Zeit schuldig. Unter denen, welche diebelagerte Stadt verlassen hatten, war auch ein frommer Mann Onias,der vorher zur Zeit einer Dürre durch sein Gebet Regen erfleht hatte,und während der Belagerung nahe bei Jerusalem in einer einsamen
*) Das. (Die Namen sind sehr unsicher. Vergl. den Textbefund bei Niese,a. a. O.s. ") Josephus Altert. XIV, 2, I. Aas. h S. Note 15.