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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Beginn des Bruderkrieges.

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welches das Gesetz und die großen Erinnerungen um die Nation ge-schlungen, machte der blutigsten Zwietracht Platz; Verschwörung, Miß-achtung des Heiligsten und die niedrigsten Leidenschaften, die in einemsolchen Zustande ihre beste Nahrung finden, waren jetzt an derTagesordnung. Der Nationalkörper erscheint wie ein gewaltiger Riese,der sein mächtiges Schwert gegen seinen eigenen Leib schwingt, umsich bis zur Verblutung zu schwächen und die gierigen Raubvögelherbeizulockeu, denen er zum Fräße dienen soll. Die schönen Tagedes zweiten Tempels sind jetzt vorüber, und die wenigen glücklichenJahre, welche die Nation noch ferner genießt, erscheinen wie eineglänzende Abendröte, die das Hereinbrechen der Dunkelheit und desnächtlichen Grauens verkündet. Mit Recht giebt ein Tiefblickenderans der späteren Zeit der Hasmonäerherrschaft nur die Dauer vonzehn Jahreswochen^) in runder Zahl, von Simons Selbstregiernngan gerechnet bis zum Tode der Königin Salome (142-69). WieSimons Regierungsantritt einen Wendepunkt zur Unabhängigkeit, sobezeichnet der Tod der Königin Salome den Wendepunkt zur Knecht-schaft. Doch mitten in dieser Verwirrung und Selbstzerfleischung er-kannten die Edelsten der Nation, daß das Judentum nicht in demwechselvollen Verlaufe eines politischen Gemeinwesens, nicht in der Be-hauptung äußerer Macht und in leerem Glanze besiehe, sondern inder Ausprägung und Entfaltung der Lehre, welche von Jakobs Hauseans das ganze Menschengeschlecht übergehen und das Heil der Weltbegründen helfen soll. Mehr denn früher läuft jetzt neben der ab-schreckenden äußeren Geschichte die erhebende innere des Geistes einher,der sich immer mehr aus den engen Banden des Staates zu befreiensucht, und dem die Trümmer selbst zur Neuverjüngung dienen.

Der Tod der Königin Salome gab also, wie gesagt, das Zeichenzu dem blutigen Brnderkampfe, welcher die Nation in zwei feindlicheLager spaltete. Hyrkan II., dem älteren Sohne, der auch den NamenJochanan geführt zu haben scheint^), übergab die sterbende Mutter

R. Nathan, Lzmbsärin 97 b, s. Nascht das.

2) Wenn die von de Saulcy beschriebene Münze mit einem

Anker auf der einen Seite und »e.n p mit einem Stern auf der andern richtiggelesen ist: (Hum. ebron. 1871, y. 242, dio. 47), so würde daraus

folgen, daß Hyrkan II. auch Jochanan genannt mar. Denn Johan Hyrkan I.führte in den von ihm vorhandenen Münzen nicht den Titel i^.i. Dannmüßte aber diese Münze in den ersten 3 Monaten seiner Negierung geschlagensein. Denn nach dieser Zeit wurde er von seinem Bruder abgesetzt (vergl. weiter),und nach Aristobuls Beseitigung ließen ihm die Römer nicht den Königstitel.fVergl. hierzu Merzbachers Abhandlung in der Zeitschr. für Numismatik III<1876h 197 ff. und Schürers 1^, 285, Anm. 30, Bemerkung dazu.)