Achtes Kapitel.
Hyrkan II. und Aristobul II.
Bruderkampf um die Krone. Vertrag zwischen den feindlichen Brüdern. Aristo-buls Verhalten gegen die Parteien. Der Jdumäsr Antipater. HyrkansSchwäche. Der Nabatäerkönig Aretas belagert Jerusalem. Der EssäerOnias. Einmischung der Römer. Pompejus erobert Jerusalem. DerGebietsumfang Judäas wird beschränkt. Judäer in Rom; ihr Einfluß.Der Proprätor Flaccus zieht die Tempelspenden der kleinasiatischen Ge-meinden ein und wird angeklagt. Ciceros judenfeindliche Rede. Schwächungder Synhedrialgewalt. Tie Vorsitzenden Schemaja und Abtalion. Gewalt-samer Tod Aristobuls und seines Sohnes Alexander. Antipaters wachsenderEinfluß. Julius Cäsar gewährt den Judäern Freiheiten. Antipaters SöhnePhasael und Herodes. Herodes vor Gericht. Cassius Gewaltthaten inJudäa. Verschwörung gegen das idumäische Haus. Der judäische FeldherrMalich. Antipater wird vergiftet. Rache des Herodes. Die Parther inJudäa. Antigonos wird König.
69 — 40.
Wenn ein Staat von der Vorsehung znm Untergange bestimmtist, so beschleunigt nichts so sehr den Verfall, als Thronstreitigkeiten,weil sie die edelsten Kräfte der Nation dazu anfstacheln, sich selbstaufznreiben, und gewöhnlich damit enden, das Joch der Fremdherr-schaft herbeiznführen, das um so drückender wird, als die Fremdherr-schaft in solchen Fällen dem Scheine nach als Wohltäterin undFriedensbringerin auftritt. Die Volksverminderung durch eine hin-raffende Seuche kann durch die Zeugungskraft wieder ersetzt werden;die Verheerungen eines äußeren Krieges gleicht der aus dem energischenWiderstande hervorgegangeue Friede wieder aus; aber der durch Thron-prätendenten entflammte Bürgerkrieg erzeugt unheilbare Verderbnis,Fäulnis und Auflösung. Als die Späteren nach dem letzten Grundedes Unterganges des jüdäischen Staates forschten, konnten sie ihn innichts anderem finden, als in dem glühenden Hasse, von dem die zweiSöhne Alexanders entbrannt waren*), der in immer zunehmendenVerhältnissen verderblich fortwirkte.
Der selbstmörderische Haß wird überhaupt in dem Schluffe diesesZeitraumes die Triebfeder der Ereignisse. Das Band der Eintracht,
U,Ioma 9 b.