Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

Alexandra's Milde.

147

könig Aretas oder den syrischen Herrschern anzubieten. Sie batenum Sicherheit in irgend einer Festung des Landes, um vor Beauf-sichtigung geborgen zu sein. Das Weiche Herz der Königin konnteden Tränen der im Kriege ergrauten Männer nicht widerstehen undsetzte die verdienstvollsten Sadduzäer zu Befehlshabern der meistenLandesfestungcn ein^). Nur die drei stärksten Festungen mochte sieihnen nicht anvertranen: Machärus im Osten des toten Meeres,Hyrkania im Westen und Alexaudrion auf dem Berg Sartaba.Diese drei Festungen waren die Schatz- und Waffenkammern deryasmonäischen Könige; darum mochte sie Alexandra nicht in denHänden der unzuverlässigen Sadduzäer wissen. Die Folge rechtfertigteihren Argwohn gegen dieselben nur zu sehr.

Politische Veränderungen fielen während Alexandras Regierungin Judäa nicht vor. Nur einen einzigen Kriegszug ließ sie gegenPtolemäus, Sohn des Mennaios, Tetrarch oder Beherrscher vonDamaskus, welcher sich später mit dem makkabäischen Hause ver-schwägerte, unternehmen, weil derselbe die Grenzstädte Judäas be-lästigte. Den Oberbefehl über das aus Mietstrnppen bestehende Heerübertrug sie ihrem jüngeren Sohn Aristobul, weil er mehr als seinälterer Bruder Hyrkan seinem Vater an Kriegslust glich. Allein derZug fiel nicht glücklich aus^s, hatte jedoch keine weiteren Folgen, weilfür die Selbständigkeit Syriens die letzte Stunde geschlagen hatte.Dieses Land, das sich von der Niederlage Antiochos des Großen gegendie Römer, mehr noch von der Mißregierung des Antiochos Epiphanesnicht mehr erholen konnte und während eines ganzen Jahrhundertsvon Thronstreitigkeiten und innern Unruhen bis zur Ohnmacht er-mattet war, hatte einen armenischen Herrscher angenommen und wurdebald darauf die Beute der Römer. Tigranes, König von Armenien,dem auch fast ganz Syrien gehorchte, gedachte nämlich sämtliche Länder,die früher zu diesem Reiche gehört hatten, unter seine Botmäßigkeitzu bringen. Er richtete zunächst seine Angriffe auf Ptolemais, dessenBewohner der letzten syrischen Königin, Selene-Kleopatra, zugetangewesen waren. Die Fürstin, Tochter des körperlichen und moralischenUngetüms Physkon und seiner würdig sie war mit zwei Brüdernund dem Sohne eines derselben verheiratet schmeichelte sich, Syrienfür ihren in Blutschande gezeugten Sohn Antiochos Asiatikuswieder zu erwerben, ja sie trug sich mit dem Hirngespinst, selbstÄgypten zu erlangen, und bettelte deswegen beim römischen Senate

Josephus Altert. XIII. 16, 3.

2) Das. und jüd. Kr. I, 5, 3,«kt A-.iZwv r,'i- Trv/.rr" ist nicht recht ver-ständlich.