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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

ziehen läßt. Wegen seiner rücksichtslosen Strenge hatte sich Simonden Schetach einen so tiefen Haß von seiten seiner Gegner zugezogen,daß sie auf Rache sannen und ihm empfindlich zu schaden trachteten.Sie stellten falsche Zeugen auf, die seinen Sohn eines todeswürdigenVerbrechens bezichtigten, infolgedessen er zum Tode verurteiltwurde. Auf dem Wege zum Richtplatze beteuerte er aber auf sorührende Weise seine Unschuld, daß die Zeugen selbst davon betroffenwurden und ihr Lügengewebe eingestanden. Als die Richter daraufden unschuldig Verurteilten frei zu sprechen Miene machten, machte siedas Opfer selbst ans die Gesetzwidrigkeit ihres Verfahrens aufmerksam,indem gesetzlich den Zeugen, wenn sie ihre frühere Anssage wiederzurücknehmen, kein Glauben geschenkt werden dürfe.Willst du",sprach der Verurteilte zu seinem Vater gewendet,daß das HeilIsraels durch deine Hand befestigt werde, so betrachte mich als eineSchwelle, auf welche man ohne Bedauern tritt" *). Und Vater undSohn zeigten sich der großen Aufgabe, Hüter des Gesetzes zu sein,würdig, der eine opferte sein Leben, der andere sein Vatergefühl fürdie Wahrung des Gesetzes. Simon, ei» judäischer Brutus, ließ derGerechtigkeit gegen seinen Sohn freien Lauf, obwohl er, wie sämtlicheRichter, von seiner Unschuld überzeugt war.

Die Strenge des pharisäischen Gerichtshofes hatte, wie natürlich,die Häupter der Sadduzäer nicht geschont, ja diese zuerst und nach-drücklich getroffen, weil die Verfolgung Alexanders gegen die Pharisäerals ihr Werk betrachtet worden war. So hatte Alexanders saddu-zäischer Günstling Diogenes und mit ihm mehrere andere, welchedie Hinrichtung der achthundert Pharisäer angeraten oder gut geheißenhatten, dafür mit dem Leben gebüßt^). Durch diese Verfolgung ihrerPartei fühlten sich die angesehenen Sadduzäer beunruhigt; das Schwertdes Gerichtes schwebte stets über ihrem Haupte, um bei dem geringstenreligiösen Vergehen niederzufahren. In der Angst um ihr Lebenwandten sie sich an Salomes zweiten Sohn Aristobul, der, ohne geradedem Sadduzäertnm zugetan zu sein, sich gern als ihr Beschützer auf-warf, weil er für seine kriegerischen Pläne die Kriegserfahrnng unddie Verwendbarkeit der Sadduzäer nicht hätte entbehren können. Ernahm sich daher ihrer warm an und empfahl sie der Gnade derKönigin. Als die sadduzäischen Führer vor Alexandra erschienenwaren, brachten sie ihre Verdienste um den verstorbenen König undden Schrecken in Erinnerung, den ihr bloßer Name den feindlichenNachbarn Judäas einflößte, und drohten, ihre Dienste dem Nabatäer-

st Isrnsek. 8anbeärill V, p. 23 b.

-) Josephus Altert. XIII, 16, 2.