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Geschichte der Juden.
haiidene Gold, welches in einer Zelle (lüsodlla) anfbewahrt wurde,diente für die laufenden Opferbedürfnisse. Auch die Lehrer, welchejungen Priestern Unterricht in dem Opferritual erteilten, die Tierärzte,welche die Leibesfehler der Opfertiere untersuchten, die Abschreiber desin dem Tempelvorhof anfbewahrten Musterexemplares des Gesetz-buches (o. S. 109), die kundigen Verfertiger der Schaubrote und desRäncherwerkes, die Frauen, welche Vorhänge webten, alle diese wurdenvon den Tempelspenden besoldet'). Der Überschuß der Spenden,welcher sich beim Füllen der Körbe herausstellte (KolisjarS llsrumatba-Iüsodka), wurde für die Unterhaltung der Stadt Jerusalem, derMauern, Türme und der Wasserleitung verwendet 2). Aber alle dieseAusgaben konnten die großen Summen nicht aufzehren, und es wurdevom Reste ein Schatz angelegt, welcher, durch die freiwilligen Gabennock vergrößert, mehr als einmal die Habgier der Eroberer reizte.Am ersten Nissan (April) fing man an, die Opfer von den neuenSpenden einznkaufen, selbst wenn die alten noch reichlich vorhandenwaren, und dieser Tag, sowie die folgenden sieben Tage galten alsHalbfeiertage, um den Sieg über die Sadduzäer alljährlich in Erinnerungzu bringen. Ter Schatzmeister, welcher die gesammelten Gelder indie Körbe schüttete, mußte sich dabei einiger feierlichen Formeln be-dienen, um die Wichtigkeit der Sache den Sadduzäern gegenüber rechthervorzuheben "). Als ähnliche gegensadduzäische Siegestage galt dieZeit vom achten Nissan bis zum Schluffe des Passahfestes, an denenkeine öffentliche Trauer angestellt werden durfte, weil an denselben diePharisäische Ansicht von der Wandelbarkeit des Wochenfestes gegen diesadduzäische durchgedrungen war. Noch einige solche Halbfeiertagewurden begangen zur Erinnerung an den Sieg über die Sadduzäer.
Soweit hatte die von Inda ben Tabbai und Simon ben Schetachausgegangene Restauration noch einen harmlosen Charakter; sie frischtealte Gesetze wieder auf, schuf neue und suchte Mittel, um sie demGedächtnisse und der Aufmerksamkeit des Volkes einzuprägen. DieKönigin Salome Alexandra hotte alle diese Anordnungen und Gesetzes-bestimmungen der Pharisäer gut geheißen und sich ihnen gefügt. Ansich waren alle diese Bestimmungen zwar nicht im Sinne der mosaischenLehre, aber auch nicht über sie hinausgreifend. Aber in so gemäßigtenSchranken kann sich keine Reaktion halten. Sie wird ihrer Naturnach ebenso zu Übergriffen geführt, wie ausi jeden Stoß ein Gegenstoßfolgt. Diejenigen Sadduzäer, welche sich der pharisäischen Auslegungdes Gesetzes nicht fügen mochten, wurden vor den Richterstuhl geladen
*) Lobebalim 6 a. Kstubbot I08b. 2 ) gebsbalim 6 a. ch Note 13.